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Duisburg: Erhöhung der Trinkwasserpreise: Stadtwerken wird "Abzocke" vorgeworfen

Duisburg: Erhöhung der Trinkwasserpreise : Stadtwerken wird "Abzocke" vorgeworfen

Der Eigentümerverband Haus und Grund (HuG) Duisburg muss seinen Mitgliedern erneut eine Erhöhung der Trinkwasserpreise der Stadtwerke Duisburg übermitteln. Empört über die seiner Meinung nach "nahezu grenzenlose Abzocke der Stadtwerke" äußert sich jetzt HuG-Geschäftsführer, Georg Jachmich.

Nach der Erhöhung des Preises je Wirtschaftseinheit zum 1. Juli 2012 erhöhten die Stadtwerke nun zum 1. Juni erneut die Preise auf 29,44 Euro. Bei den erwähnten 250 000 Einheiten, die die Stadtwerke Duisburg mit Wasser versorgen, seien das Mehreinnahmen in zwei Jahren von nahezu 5,5 Millionen Euro, so Jachmich. Für den Bürger bedeute das eine Mehrbelastung von über 350 Prozent.

Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Grundsteuern in Duisburg sei dies nun ein weiterer Kostenschock für die Bürger dieser Stadt, so Georg Jachmich, der mit seinem Verband HuG Duisburg die Interessen von 4500 organisierten Hauseigentümern vertritt. "Die Gier der Stadt und der damit verbundenen Unternehmen scheint keine Grenzen zu kennen", erklärte Georg Jachmich. Vor dem Hintergrund sinkender Bevölkerungszahlen sei zu befürchten, dass gerade junge Familien sich für andere Wohnstandorte entscheiden.

Auch vor dem Hintergrund der Diskussionen in der Europäischen Union, die Trinkwasserversorgung in Städten zu liberalisieren, könne zumindest in Duisburg das Argument, dass bei einer Liberalisierung die Preise steigen würden, nicht mehr zählen. "Vielmehr scheint es so, dass hier noch einmal ausgiebig die Monopolstellung ausgenutzt wird", erklärte der Geschäftsführer des Verbandes. Lediglich sachkundige Bürger könnten im Amtsblatt diese exorbitante Preiserhöhung von 350 Prozent in nur zwei Jahren erkennen.

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Mit den fünf Millionen Euro Mehreinnahmen ließen sich dann zumindest die Sanierungen der Hauptwasserleitungen in Duissern, die auf rund 2,5 Millionen Euro beziffert werden, locker bezahlen. Die weiteren 2,5 Millionen Euro könnten ja dem örtlichen Fußballverein zur Verfügung gestellt werden.

Jachmich weiter: "Aber Vorsicht! Nicht doppelt verbuchen — vielleicht sind die 2,5 Millionen Euro ja bereits beim MSV."

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(RP)