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Duisburg: Stadtwerke stehen vor Restrukturierung

Duisburg : Stadtwerke stehen vor Restrukturierung

Alle bisherigen Maßnahmen, um den veränderten Bedingungen auf dem Energiemarkt zu begegnen, reichen nicht aus. Die Duisburger Stadtwerke werden bis zum Jahresende ein weiteres Restrukturierungsprogramm auflegen, mit dessen Umsetzung ab dort begonnen wird und das innerhalb der kommenden zwei Jahre greifen soll.

Ohne grundsätzliche Änderungen auf Bundesebene drohen die Einnahmen in den kommenden Jahren um bis zu 30 Millionen Euro zu sinken. Vorstandschef Hermann Janning macht das Problem am Beispiel des Kraftwerkes in Wanheim deutlich: Es ist für 5000 bis 6000 Betriebsstunden ausgelegt. Derzeit werden gerade mal 2500 erreicht. Denn mit zunehmendem Anteil an bezuschusster Sonnenenergie wird Strom aus dem Kraftwerk weniger abgenommen.

"Alles kommt auf den Prüfstand", kündigte Janning gestern an. Sparmaßnahmen, mit denen verhindert werden kann, dass die Belegschaft verringert werden muss, haben dabei den Vorzug. Denkbar ist beispielsweise, dass die Stadtwerke sich von Aufgaben trennen, die auch Privatanbieter übernehmen können (Kantinenbewirtschaftung) oder Abläufe kostensparend optimiert werden. "Alles wird mit dem Betriebsrat abgestimmt", so Janning. "Unsere Probleme sind nicht hausgemacht, sondern sind im Zusammenhang mit dem Atomausstieg durch die Förderung regenerativer Energien so groß geworden." Der Stadtwerkechef weiß von rund 40 deutschen Stadtwerken, denen es derzeit ähnlich oder schlimmer ergeht.

Die in der Vergangenheit erwirtschafteten Stadtwerkegewinne wurden u.a. verwendet, um die Defizite der DVG auszugleichen und landeten zum Teil auch direkt in der Stadtkasse.

(RP/rl)