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Duisburg: Stadtwerke erhöhen den Strompreis

Duisburg : Stadtwerke erhöhen den Strompreis

Der Duisburger Energieversorger rechnet vor, dass ab Januar eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch im Jahr 95 Euro mehr bezahlen muss.

Die Duisburger müssen sich ab Januar auf noch höhere Strompreise einstellen, als sie eh bislang schon bezahlen. Zum 1. Januar hat die Bundesregierung eine Erhöhung verschiedener Abgaben auf den Strompreis um insgesamt rund 2,66 Cent pro Kilowattstunde beschlossen. Und die Stadtwerke passen ihre Preise entsprechend an, wie es so schön heißt.

"Wir berücksichtigen dabei ausschließlich die gestiegenen staatlichen Abgaben, die maßgeblich auf die Energiewende zurückzuführen sind, sowie die höheren Netznutzungsentgelte", betont Johannes Gösling, Vertriebsvorstand des Versorgungsunternehmens. "Die Preisanpassung kommt nicht dem Unternehmen zugute."

Im Klartext bedeutet dies für die Stadtwerke-Kunden, dass sie ab Januar 2,71 Cent pro Kilowatt mehr bezahlt werden müssen, Mehrwehrsteuer eingerechnet. Die Grundpreise bleiben nach Aussagen der Stadtwerke unverändert. An einer Modellrechnung macht der lokale Energieversorger deutlich, was dies für die Verbraucher bedeuten wird: Ein Vier-Personen-Haushalt, der im Jahr 3500 Kilowattstunden Strom verbraucht, muss am Jahresende 95 Euro mehr bezahlen als bisher.

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Die Stadtwerke machten gestern in einer Pressemitteilung deutlich, wie stark inzwischen der Staat den Strompreis beeinflusst. Danach hat sich seit 2009 die Höhe der im Strompreis enthaltenen Steuern, Abgaben und Belastungen nahezu verdoppelt. Bei einem Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden machten sie mittlerweile die Hälfte des gesamten Preises für eine Kilowattstunde aus. Allein die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) steigt 2013 beachtlich, nämlich von 3,59 auf 5,27 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer. "Damit treibt aktuell insbesondere die gesetzlich garantierte Förderung der erneuerbaren Energien den Strompreis in Deutschland nach oben", erklärt Gösling.

Von jedem Euro, den der Verbraucher für seinen Strom bezahlt, seien 60 Cent nicht mehr von den Stadtwerken zu beeinflussen. "Die Preisspirale durch die stetig steigenden Steuern, Abgaben und Belastungen kann von uns nicht kompensiert werden und muss ein Ende haben", fordert das Vorstandsmitglied. "Strom muss auch in Zukunft bezahlbar bleiben." Die Stadtwerke Duisburg fordern daher insbesondere eine Reform des EEG. Gösling: "Die Energiewende in Deutschland und der damit verbundene Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig und der richtige Weg zu einer umweltfreundlichen und klimaschonenden Energieversorgung von morgen." Die Bürger dürften allerdings nicht noch stärker durch die derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen belastet werden. Die staatlichen Preisbestandteile beträfen alle Versorgungsunternehmen in Deutschland. "Sollten derzeit einige Stromanbieter auf eine Preiserhöhung zum 1. Januar 2013 verzichten, ist in der Regel damit zu rechnen, dass diese später nachgeholt wird", so Gösling.

Das Unternehmen plädiert auch dafür, die Verbraucherinteressen im Blick zu behalten. Hierzu gehöre, transparent über die Kosten der Energiewende zu informieren. Die Stadtwerke Duisburg haben daher eine Broschüre veröffentlicht, die das Thema Energiewende erläutert und darstellt, welche Faktoren den Strompreis beeinflussen. Kunden des Unternehmens erhalten diese mit dem Anschreiben zur Strompreisänderung, die in diesen Tagen verschickt werden.