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Stadtwerke Duisburg sanieren Trinkwasserhochbehälter für 16 Millionen Euro

Investitionen von knapp 16 Millionen Euro : Stadtwerke sanieren Trinkwasserhochbehälter

Die Stadtwerke Duisburg nehmen circa 16 Millionen Euro in die Hand, um die Hochbehälteranlage am Stadtwald zu modernisieren. Dort lagern rund 64 Millionen Liter Wasser, die an Haushalte in der ganzen Stadt fließen.

Die Stadtwerke Duisburg sanieren die Trinkwasserhochbehälter am Försterberg im Duisburger Stadtwald. Für die Bauarbeiten an insgesamt fünf großen Wasserkammern investiert das Versorgungsunternehmen circa 16 Millionen Euro. Wie die Stadtwerke am Montag mitteilten, sei die Modernisierung ein notwendiger Schritt gewesen.

„Die Wasserkammern sind aus den 50er und 60er Jahren und dementsprechend in die Jahre gekommen“, sagt Sprecher Thomas Kehler bei einer Begehung der Großbaustelle. Bei großflächigen Untersuchungen im Jahr 2014 seien unter anderem kleinere Risse festgestellt worden, die dringend ausgebessert werden müssen. Zudem sei die mineralische Beschichtung der Kammern mittlerweile ausgelaugt und müsse erneuert werden.

 Von oben deutet nichts auf den immens großen Trinkwasserbehälter hin. Auf dem Dach befindet sich eine Bienenwiese.
Von oben deutet nichts auf den immens großen Trinkwasserbehälter hin. Auf dem Dach befindet sich eine Bienenwiese. Foto: RP/Jan Luhrenberg

Baustart ist im Frühjahr 2018 gewesen. Bis Sommer 2020 sollen die ersten zwei Wasserkammern fertig sein. Im Anschluss folgen drei weitere Kammern, die derzeit noch im Betrieb sind. Bis Ende 2023 soll die kompletten Trinkwasserhochbehälter saniert werden.

Die Trinkwasserhochbehälter ist essentiell für die Versorgung der Duisburger Haushalte mit Wasser. Er hat die Aufgabe, das für die Wasserversorgung erforderliche Wasservolumen in einwandfreier Qualität zu speichern. Das Wasser kommt zum Beispiel von zwei Wasserwerken aus dem Düsseldorfer Norden sowie dem Stausee in Haltern, wird zwischengelagert und dann wieder ins Netz gespeist. Der Hochbehälter, der 50 Meter über dem Stadtniveau liegt, sorgt auch dafür, dass der im Rohrnetz erforderliche Druck aufrechterhalten wird.

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„Circa 60 Prozent des mittleren Tagesbedarfs an Wasser lagern hier“, sagt Thomas Oertel, Leiter Wassergewinnung bei den Stadtwerken Duisburg. Die Trinkwasserhochbehälter seien so konzipiert, dass eine Wasserquelle komplett ausfallen könnte und trotzdem alle Haushalte versorgt werden könnten. Das läge daran, dass in den Wasserkammern immer genug Wasser vorhanden ist, um auf Notfälle wie Großbrände oder Verbrauchsspitzen reagieren zu können. „Es ist immer so viel Wasser im Behälter, dass eine Notfallreserve vorhanden ist“, so Oertel.

Der Wasserstand in den fünf Wasserkammern schwankt über den Tag verteilt. Nachts werden die Kammern von den Wasserwerken gefüllt. Pro Stunde fließen so 300 bis 400 Millionen Liter Wasser pro Behälter in den Duisburger Stadtwald. Tagsüber werden die Behälter dann durch den Verbrauch der Bürger geleert. Bei wärmeren Temperaturen ist der Durchlauf dabei erfahrungsgemäß größer.

In den Wasserkammern, die derzeit renoviert werden, muss spezielles Material an den Wänden verarbeitet werden. Die Betonwände werden mit einer mineralischen Schicht überzogen, die Wasser abperlen lässt und Bakterien abstoßen kann. „Wasser darf sich aus hygienischen Gründen nicht an den Wänden absetzen oder dort stehen“, erklärt Oertel und betont, dass darauf bei der Sanierung besonders geachtet wird. „Der Trinkwasserhochbehälter ist der empfindlichste Teil des Wassernetzes.“

Aus diesem Grund ist das Wasser in der Kammer auch stets in Bewegung. „Es wird ein natürlicher Fluss erzeugt“, so der Leiter der Wassergewinnung bei den Duisburger Stadtwerken. An den Decken soll sich ebenfalls kein Wasser sammeln, deshalb besteht sie aus einem rauen Material, von dem einzelne Tropfen zu Boden fallen. Um alle notwendigen Hygienemaßnahmen und Richtlinien umzusetzen, wird das Bauvorhaben wissenschaftlich begleitet.

Nach Abschluss der Sanierung sollen die Trinkwasserbehälter viele Jahre im Betrieb bleiben. „Wir gehen davon aus, dass sie mindestens 50 Jahre halten“, so Oertel. Ist das Wasser erst in die Kammern gelassen, müssen keine Mitarbeiter am Behälter arbeiten, da alles vollautomatisiert abläuft.