1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg
  4. Stadtgespräch

Versichertenpreis: Liebevolle Hilfe für den Nachbarn

Versichertenpreis : Liebevolle Hilfe für den Nachbarn

Das Leben hat es Anton Krampe (85) zuletzt nicht leicht gemacht. Seit mehreren Jahren Witwer, ohne Kinder, mit diversen Krankheiten in ständiger Behandlung, ist es für ihn immer schwieriger geworden, den Alltag zu meistern. Ohne die ebenso aufopferungs- wie liebevolle Hilfe seine Nachbarin, gerade einmal zwei Jahre jünger, hätte er es nicht geschafft.

Das Leben hat es Anton Krampe (85) zuletzt nicht leicht gemacht. Seit mehreren Jahren Witwer, ohne Kinder, mit diversen Krankheiten in ständiger Behandlung, ist es für ihn immer schwieriger geworden, den Alltag zu meistern. Ohne die ebenso aufopferungs- wie liebevolle Hilfe seine Nachbarin, gerade einmal zwei Jahre jünger, hätte er es nicht geschafft.

Deshalb hat der 85-Jährige Marga Schmidhäußler, selbst alleinstehend, für den Versichertenpreis seiner Krankenkasse, der Novitas BKK, vorgeschlagen. Zusammen mit seiner Nichte Elke Haas hat er in rührenden Worten beschrieben, wie die Buchholzerin ihm zur Seite steht. Wie sie trotz ihres hohen Alters Einkäufe in seine Wohnung in der ersten Etage trägt, ihn zur Bank fährt, zum Hörgeräteakustiker, diverse Botengänge erledigt, Wäsche aufhängt, sein Lieblingsgericht Reibeplätzchen kocht oder für ein Schwätzchen vorbeikommt. "All diese Dinge", heißt es in dem Schreiben, "macht sie uneigennützig und mit einer Herzlichkeit, die man ganz selten findet und die nicht selbstverständlich ist." Für die Novitas ist schnell klar, dass diese Frau den mit 1000 Euro dotierten Preis bekommen muss. Marga Schmidhäußler ist der Rummel um ihre Person gar nicht so recht. "Für mich", sagt sie, "ist es eine Selbstverständlichkeit zu helfen." Und vergisst mit einem Augenzwinkern nicht zu erwähnen, dass Anton Krampe in der Vergangenheit "zwischendurch auch mal einen Tritt in den Hintern" gebraucht habe. Etwa immer dann, wenn seine Tasche fürs Krankenhaus mal wieder nicht ordnungsgemäß gepackt war. Sie selbst ist mit 83 Jahren fit wie ein Turnschuh, fährt noch Auto und Rad und liebt als Gründerin der Gymnastikabteilung 1968 bei Viktoria Buchholz bis heute das Turnen. Jetzt allerdings beim Rehasport. Anton Krampe wäre nun nur allzu gern zur Preisverleihung gekommen. Doch sein Gesundheitszustand lässt es nicht mehr zu. Er lebt deshalb auch seit Ende September nicht mehr in Nachbarschaft zu Marga Schmidhäußler, sondern in einem Pflegeheim in Wuppertal in der Nähe seiner Nichte. Die kleine Feierstunde für die 83-Jährige bei der Novitas ist dann auch so etwas wie der Abschluss einer wunderbaren Geschichte über die Nächstenliebe. Wobei die Buchholzerin ihren langjährigen Weggefährten trotzdem weiterhin besuchen will, wenn auch verständlicherweise nicht mehr so oft wie bisher. Anton Krampes Nichte, die für ihn zur Preisübergabe gekommen ist, sagt: "Ich kenne wirklich keinen hilfsbereiteren und warmherzigeren Menschen als Frau Schmidhäußler."

(RP)