Duisburg: Geständnis bewahrt vor Haft

Gericht : Geständnis bewahrt vor Haft

Ein 19-jähriger Hochfelder gab vor Gericht drei Überfälle zu. Weil er Reue zeigte und seine Mittäter verriet, ließ der Richter Milde walten.

Ein 19-jähriger Hochfelder wusste am Donnerstag vor dem Duisburger Amtsgericht zu überraschen: Er gab zu, zwischen Ende 2016 und Oktober 2017 mehrere Raubüberfälle begangen zu haben. Aufgrund des Geständnisses kam der Heranwachsende mit Bewährung davon.

Mit einem Mittäter hatte er am 28. Dezember 2016 eine Spielhalle an der Musfeldstraße überfallen. Eine Angestellte war von den maskierten Tätern mit einem Messer und einer Gaspistole bedroht worden und übergab 2700 Euro. Danach entkamen die Männer unerkannt.

Deutlich spektakulärer verlief ein Überfall auf einen Supermarkt an der Heerstraße am 17. Februar 2017: Drei Täter stürmten in das Geschäft, bedrohten Kassiererinnen und Kunden mit einer Schusswaffe und einer Eisenstange und erbeuteten 5300 Euro. Die Täter nahmen die Geldkassetten aus den Kassen komplett mit. Die leeren Behältnisse, eine Gaspistole und diverse Tatkleidung – daran reichlich DNA-Spuren der mutmaßlichen Räuber – waren später von der Polizei auf einem nahe gelegenen Hinterhof gefunden worden.

Bei einer dritten Tat hatte der Angeklagte am 9. Oktober 2017, wieder in Begleitung eines Komplizen, einem Gleichaltrigen einen Tablet-Computer abgenommen. Viel Widerstand leistete der Geschädigte allerdings nicht. Das ebenfalls als jugendlicher Intensivtäter geltende Opfer hatte wohl gewusst, was ihm in diesem Fall geblüht hätte.

Der Angeklagte gab nicht nur seine eigenen Tatbeiträge zu, sondern nannte auch bislang unbekannt gebliebene Mittäter. Ein Umstand, der ihm beim Urteil am Ende zugute kam. „Er will reinen Tisch machen“, so der Verteidiger. „Es war der Freundeskreis. Da macht man halt mit“, beschrieb der 19-Jährige Straftäter sein Motiv für die drei Raubüberfälle. „Aber das ist Vergangenheit.“

Angesichts des Verhaltens des jungen Mannes in der Hauptverhandlung ging das Jugendschöffengericht von einer deutlichen Einsicht und Reue des 19-Jährigen Räubers aus. Eine Jugendstrafe von zwei Jahren wurde zur Vorbewährung ausgesetzt – im Jugendstrafrecht ein üblicher Vorgang. Das heißt, dass der junge Mann sich nun zunächst sechs Monate straffrei führen muss, bevor die Haftstrafe endgültig zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die eigentliche Bewährungszeit von drei Jahren beginnt erst danach.

(bm)