Duisburg: Stadt will gemeinsames Wohnen fördern

Duisburg : Stadt will gemeinsames Wohnen fördern

Mit einem Aktionstag am 21. Oktober wollen mehrere städtische Institutionen für Interessenten an gemeinsamen Wohnformen eine Plattform bieten. Die Wohnberatungsagentur Duisburg bietet außerdem Beratungen an.

Immer mehr Menschen suchen für das Alter neue Formen des Zusammenlebens als Alternative zu einem Altenheim. Auch Familien mit Kindern wünschen sich oft Hilfen, die eine Betreuung im Kindergarten oder im Offenen Ganztag nicht leisten kann. Dort setzen gemeinsame Wohnprojekte an. "Bei den Wohnungsbörsen gibt es immer wieder große Nachfrage nach gemeinsamen Wohnprojekten", berichtet Andrea Bestgen-Schneebeck, Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen. In Duisburg planen bereits die Initiativen "Gemeinsam leben" und "Wir in Duisburg" Wohnanlagen in Rumeln-Kaldenhausen beziehungsweise in Hochfeld.

Die Wohnberatungsagentur berät Interessenten für gemeinsame Wohnprojekte und vermittelt auf Wunsch auch Kontakte zu bereits bestehenden Gruppen oder anderen Einzelinteressenten. Dabei werden die Klienten zunächst zu einem Erstgespräch gebeten. "Es geht uns erst einmal darum, zu klären, wo derjenige steht", erklärt Dagmar Danes von der Wohnberatungsagentur. Dazu hat die Agentur einen Fragebogen erarbeitet. Darin wird unter anderem abgefragt, was genau die Ziele des Einzelnen sind: Soll es eine Eigentums- oder eine Mietwohnung sein? Gibt es schon Kontakt zu Gleichgesinnten? In welchem Stadtteil soll das Wohnprojekt verwirklicht werden? Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Danach werden je nach Wunsch Experten aus anderen Fachbereichen hinzugezogen, zum Beispiel vom Amt für Stadtentwicklung zum Thema Bau- und Planungsrecht.

Die Beratungsstelle hat nach eigenen Angaben bereits vier Interessengruppen und viele Einzelpersonen beraten. "Wir verstehen uns vor allem als Lotsen, die eine erste Orientierung geben", sagt Dagmar Danes. Weil sich herausgestellt hat, dass viele Personen sich einfach nur finden müssten, um ein konkretes Projekt zu planen, will die Wohnberatungsagentur eine Datenbank erstellen, über die Interessenten untereinander in Kontakt treten können. Auf speziellen Postkarten des Amtes für Soziales und Wohnen kann man seine Kontaktdaten eintragen und sich in die Datenbank aufnehmen lassen.

Um die Beratungsangebote bekannter zu machen, organisiert das Amt für Soziales und Wohnen gemeinsam mit der Volkshochschule, dem Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement sowie der Gebag nun einen Informationstag zum Thema. Dabei wird Ulrich Varwig von "Gemeinsam leben" über die Erfahrungen berichten, die die Mitglieder der Initiative bei ihrem Bauvorhaben gesammelt haben. Außerdem wird ein Mitarbeiter des NRW-Bauministeriums einen Überblick über gemeinschaftlichen Wohnungsbau in NRW geben. "Gemeinsames Wohnen ist bei uns schon lange ein Thema", sagt Jörg Mascherrek von der Volkshochschule.

Auch inklusive Projekte würden in letzter Zeit verstärkt nachgefragt. Gemeinsam mit der Wohnberatungsagentur wird derzeit auch über eine Reihe zum Thema nachgedacht. "Wenn es um gemeinsame Wohnprojekte geht, sind viele Leute sofort begeistert", sagt Mascherrek. "Erst wenn es ans Eingemachte geht, tun sich oft Hindernisse auf. Da ist die Frage, wie das Projekt finanziert wird oder wie viel Verantwortung der Einzelne in der Hausgemeinschaft übernimmt."

Gerade für die Suche nach und Zusammenarbeit mit einem Investor sei es daher wichtig, im Vorhinein alle Interessen unter einen Hut zu bringen. "Wo und was die Gruppe machen will, muss vorher abgeklärt sein", sagt Bestgen-Schneebeck. Die Beratungsstelle hilft dann auch bei der Investorensuche.

(RP)
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