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Erotik-Restaurant in Duisburg: Stadt prüft jetzt den Antrag des Betreibers

Erotik-Restaurant in Duisburg : Stadt prüft jetzt den Antrag des Betreibers

Das Berliner Unternehmen, das an der Asterlager Straße das "Temptings" eröffnen möchte, hat den Antrag auf Konzession bei der Stadt eingereicht.

Schummriges Licht, Rot als überwiegende Farbe, hochhackige, samtrote Pumps als Kerzenhalter, hochformatige Bilder mit Männern und Frauen oder Frauen und Frauen in eindeutigen Posen. Die Innengestaltung des Erotik-Restaurants "Temptings" an der Asterlager Straße nimmt Gestalt an. Und während der 6. Dezember und damit die Eröffnung des Etablissements immer näher rückt, regt sich in der Nachbarschaft mehr und mehr Widerstand gegen die Betreiber der Location, die auf ihrer Internetseite mit den Worten werben: "Den Partner küssen zu können, an Stellen zu berühren, die ihnen in den Sinn kommen. Das ist bei uns kein Tabu, sondern das Kredo".

Anwohner, die namentlich nicht genannt werden wollen, weil sie, wie sie sagen, Angst davor haben, "sich durch offenen Protest den Zorn des Duisburger Rotlicht-Milieus zuzuziehen", sehen ihre Felle so langsam davonschwimmen und haben sich jetzt schriftlich an den Oberbürgermeister und die Bezirksregierung gewandt.

Den Oberbürgermeister etwa fragen sie, ob die Stadt denn tatsächlich den Betrieb eines solchen Etablissements in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem reinen Wohngebiet und einem katholischen Gemeindezentrum und Kindergarten genehmigen wolle. "Wie wird sichergestellt, dass nicht unter dem Deckmantel eines ,Erotik-Restaurants' ein Bordell, Swingerclub o.ä. betrieben werden kann, und dass es im Gebäude und um das Gebäude herum nicht zu Prostitution" komme?

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Sie fürchten um ihre Wohn- und Lebensqualität und einen Wertverlust der Grundstücke und Immobilien. In dem Schreiben an die Regierungspräsidentin betonen die Anwohner, dass es doch nicht sein könne, dass die Genehmigungsbehörde "nicht prüft und unterbindet, was in diesem angeblichen ,Erotik-Restaurant' ab 22 Uhr tatsächlich geplant und zu erwarten ist". Ein Anwohner legt ganz offiziell Fachaufsichtsbeschwerde und förmlichen Rechtsbehelf ein.

Dirk Overlöper von der Berliner Firma, die das Restaurant betreiben wird, hat vor einigen Wochen bereits im RP-Gespräch erläutert: "Wir machen kein Bordell oder Swingerclub auf", aber "intensive Küsse" seien erlaubt. Was unter dem Tisch passiere, könne man natürlich nicht beeinflussen. "Rückzugsmöglichkeiten", betonte er, werde es im Lokal auch geben.

Ein Sprecher der Stadt Duisburg sagte jetzt auf RP-Anfrage: Man habe ja schon betont, dass es in diesem Bereich keine Vergnügungsstätte, also etwa ein Bordell oder einen Swingerclub, geben dürfe. Aber das sei laut Betreiber auch nicht geplant. Inzwischen sei ein Antrag auf Konzession einer Gaststätte bei der Verwaltung eingetroffen, der derzeit geprüft werde. Während die Anwohner alles daran setzen, die Eröffnung des Erotik-Restaurants doch noch zu verhindern, scheint andererseits das Interesse an dem neuen Etablissement enorm: Für den Abend der Neueröffnung werden bereits keine Reservierungen mehr für das Dinner angenommen. Das ist aktuell auf der Internetseite zu lesen — neben dem Text ist eine leichtbekleidete Dame in einem Hauch von Nikolaus-Kostüm abgebildet und die Ankündigung, dass es von 19 bis 22 Uhr ein "knisterndes" Drei-Gänge-Menü geben werde.

Besonders Menu II mit dem Titel "Libido und Potenz" lässt aufhorchen: Auf ein "Tomaten-Liebessüppchen mit Chilifäden" folgt der Beschreibung nach eine relativ unverfängliche Hauptspeise mit Lachs, bevor als "Süße Versuchung" zum Dessert warme Schokotörtchen mit Vanillesahne serviert werden. Darunter eine wichtige Anmerkung: "Alle Speisen sind mit aphrodisierenden Lebensmitteln zubereitet und garniert."

(RP/jco/top)