1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Stadt Duisburg kann die Quoten bei den Kitaplätzen nur mit Mühe einhalten

Wie die Stadt die Quoten bei den Kitas einhalten will : Duisburg: Zahl der Kindergartenkinder enorm gestiegen

Die Zahl der Kindergartenkinder ist in Duisburg zuletzt außerordentlich gestiegen. Ende 2019 lag die Zahl der Drei- bis Fünfjährigen bei 15.044. Das stellt die Stadt bei der Einhaltung der Betreuungsquoten vor große Herausforderungen.

25 Jahre lang war die Zahl der Kindegartenkinder in Duisburg kontinuierlich gesunken. Mit Beginn der Zuwanderung aus Südosteuropa 2012 stieg sie wieder stetig an, inzwischen erreicht sie wieder das Niveau der Jahrtausendwende. Mit 670 neuen Kindern dieser Altersgruppe sei der Anstieg von 2018 auf 2019 dabei so stark wie nie zuvor gewesen, heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung. Die Zahl der Zuwandererkinder dieser Altersgruppe stieg von 2018 auf 2019 um etwa 70, die der Flüchtlinge um rund 90. Mit 360 Kindern sei damit mehr als die Hälfte des Zuwachses deutschen Kindern zuzurechnen. Dies seien im Wesentlichen die in diese Altersgruppe hineingewachsenen geburtenstarken U3-Jahrgänge der letzten Jahre. Vor diesem Hintergrund sei mit einer „deutlich höheren Inanspruchnahme der Regelplätze“ in den Kindertagesstätten zu rechen. Damit stehe die Stadt Duisburg in den kommenden Kindergartenjahren vor einer ganz besonderen Herausforderung, so die Stadt. Die Stadt schafft diesen Kraftakt nicht mit ihren eigenen Einrichtungen. Das Jugendamt sei vielmehr auf die Unterstützung aller in Duisburg aktiven Träger, aber auch auf neue Träger von Kindertagesbetreuungsangeboten angewiesen.

Der Rat der Stadt hatte bei Einfhürung des Rechtsanspruchs für die Drei- bis Sechsjährigen eine Betreuungsquote von 95 Prozent festgeschrieben. Insgesamt sind in Dusiburg damit 14.754 Ü3-Plätze notwendig. Dem gegenüber stehen 14.626 vorhandene Plätze, zuzüglich 89 Plätzen in heilpädagogischen Kitas, 315 in der Tagespflege und 450 im Rahmen des Landesprojekts „Flükids“ für Flüchtlings- und Zuwandererkinder zur Heranführung an die Kita.

Bei der Betreuung der unter Dreijährigen hatte der Rat eine Quote von 32 Prozent festgelegt. Das wären im kommenden Kindergartenjahr für 15.083 U3-Kinder 4826 Plätze. In den Duisburger Kitas stehen dafür 2669 Plätze zur Verfügung. Dazu kommen 1929 U3-Plätze bei 451 Tagesmüttern. Das sind aber zusammen auch nur 4598 Plätze, was einer Quote von lediglich 30 Prozent entspricht. Durch Qualifizierungsmaßnahmen von 40 weiteren Tagesmüttern sollen daher im kommenden Kindergartenjahr 150 neue Plätze dazukommen, wodurch die Quote auf „knapp 32 Prozet“ steige, so die Verwaltung. Auch für die unter Dreijährigen gibt es rund 440 „Flükids“-Betreuungsplätze. 

Die Quotenerreichung funktioniert aber nur, weil die Zahl der Kinder pro Kindergartengruppe vielfach überstiegen wird. Rund 800 Ü3- und 100 U3-Plätze sind nur dank einer Gruppenstärkenüberschreitung im Angebot. Neue sechsgruppige Einrichtungen wie an der Schwarzenberger Straße in Rheinhausen und an der Werthstraße in Laar sind in kürzester Zeit in „Modulbauweise“ errichtet worden, um Abhilfe zu schaffen. Insgesamt fünf neue Standorte ähnlicher Prägung sind in Planung. Träger sind dabei die Lebenshilfe, die Zaubersterne gGmbH, die Zok gGmbH sowie der Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen (VKM).