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Staatsanwaltschaft Duisburg kämpft weiter vor Ort gegen Clan-Kriminalität

Staatsanwaltschaft zieht Bilanz : Kampf gegen kriminelle Clans geht weiter

Um auf besondere Problemlagen besser reagieren zu können, richtet die Staatsanwaltschaft Duisburg Sonderdezernate ein. So richtet sich nun der Fokus auch auf Straftaten gegen die Feuerwehr oder andere Hilfs- und Rettungskräfte.

Immer häufiger kommt es zu Beleidigungen, Aggressivität, Pöbeleien und Angriffen gegen Polizisten im Dienst. Dem hatte die Staatsanwaltschaft Duisburg schon Rechnung getragen und für derartige Fälle ein Sonderdezernat eingerichtet. Jennifer König, Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft, erläuterte am Montag im Rahmen der Bilanzvorstellung der Behörde, dass die zwei Oberstaatsanwälte und zwei Amtsanwälte dieses Sonderdezernats künftig auch bei Attacken gegen Einsatzkräfte der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, Sanitäten oder andern Hilfsorganisationen einschreiten. 2018 gab es bei der Staatsanwaltschaft Duisburg 377 Verfahren mit Widerständen gegen Vollstreckungsbeamte und 230 Beleidigungen gegen Polizisten. Dem stehen 167 Verfahren gegen Polizeibeamte bei der Dienstausführung gegenüber. Der Behördenleiter, der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Bien, verwies darauf, dass es in solchen Fällen häufig um Anzeige und Gegenanzeige handelt.

Sorgen bereiten Bien die gestiegenen Zahlen bei Kapitaldelikten, also bei Mord und Totschlag. Hier lag die Zahl 2016 bei 70, 2017 bei 112 und 2018 bei 121 Fällen. „Wir können nicht sagen, woran das im Einzelnen liegt. Wir stellen aber fest, dass die Anzahl von Messerattacken stetig steigt“, so Bien.

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Ein weiterer Schwerpunkt der Sonderdezernate sei das bandenmäßige Ausüben des Enkeltricks, so Bien: „In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Baden Württemberg konnten wir zum Beispiel einen Täter in Bremen festnehmen. Der hatte von einer ältere Dame in Dinslaken 37.000 Euro erbeutet. Per Telefon war ihr zuvor erklärt worden, dass es Einbrecher und Bankräuber auf ihr Erspartes abgesehen hätten, worauf sie alles dem vermeintlichen Polizisten zur „Sicherstellung“ übergeben hatte.

Oberstaatsanwalt Stefan Müller berichtete vom Sonderdezernat „Staatsanwälte vor Ort“, die sich im Duisburger Norden mit der Clan-Kriminalität auseinandersetzten. 413 Ermittlungsverfahren sind zwischen Juni 2018 und dem 25. Mai 2019 eingeleitet worden. Die beiden damit befassten Staatsanwälte werden weitermachen, versprach der Behördenleiter: „Wir bleiben da jetzt dran.“ Im Fokus standen vorsätzliche Körperverletzungen (55), Betrug und Untreue (ebenfalls 55) sowie Verstöße gegen das Waffengesetz und das Aufenthaltsgesetz, Raubdelikte oder Urkundenfälschung (insgesamt 163). Auch in Mülheim soll der Kampf gegen Clan-Kriminalität nun verstärkt werden.