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Eishockey: Wiedersehen mit Kultcoach Rico Rossi

Eishockey : Wiedersehen mit Kultcoach Rico Rossi

Im Pokal-Viertelfinale empfängt der EV Duisburg am Dienstagabend (19.30 Uhr) die Heilbronner Falken.

Die Vorfreude auf das Pokal-Viertelfinale im Eishockey ist groß. Rico Rossi kehrt zurück. Der überaus sympathische Trainer mit Witz und Sportverstand führt die Heilbronner Falken heute um 19.30 Uhr in die Partie gegen den Oberligisten EV Duisburg.

Die Rollenverteilung vor der Partie in der Scania-Arena erlaubt keine Nuancen. Alles andere als ein Sieg der Falken wäre eine faustdicke Überraschung. Rossi sagt es klar: "Ich freue mich, nach Duisburg zurückzukehren, aber wirklich froh bin ich nur, wenn wir bei den Füchsen auch gewinnen."

Von 1998 bis 2000 trainierte Rossi die Füchse. 2001 war noch einmal für ein Intermezzo beim EVD tätig. Der 47-jährige Italo-Kanadier stieg durch seine besondere Art zu einem Kultcoach auf und blieb nachhaltig in Erinnerung bei den Fans des Duisburger Eishockeys. Legendär wurde seine Begrüßung mit den Worten "Guten Abend, alles."

Freilich, außergewöhnliches gelang ihm auch nach seinem Wechsel zu den Falken in Heilbronn. Seit neun Spielzeiten leitet Rossi beim Zweitligisten das Training. Im überaus turbulenten Pucksport ist das mehr als eine Ewigkeit. Dagegen ist Thomas Schaaf beim Fußball-Bundesligisten Werder Bremen ein Kurzzeitbeschäftigter. Nach wie vor fühlt Rossi eine gewisse Verbundenheit mit dem EVD, der seine zweite Trainerstation war. Mit seinem Vermieter von damals habe er noch Kontakt und mit Lars Nacke, der seinerzeit zum Vorstand gehörte. Und natürlich mit Ralf Pape, erzählt Rossi, der um den Anruf der heimischen Journalisten ausdrücklich nachsuchte. Wie herzlich das Verhältnis auch weiterhin ist, lässt sich daran ablesen, dass EVD-Coach Franz Fritzmeier und Rossi vor dem Spiel Videos von Spielen ihrer Mannschaften austauschten. "Eure Nummer 17 hat hier bei uns in Heilbronn begonnen", sagt er.

Gemeint ist Daniel Fischbuch, der zu den Leistungsträgern bei den Füchsen gehört. Franz Fritzmeier, der EVD-Coach, kann sich mit Nostalgie und Ehemaligen jedoch nicht lange aufhalten. Der Duisburger Trainer des Jahres hat ganz aktuelle Sorgen. Drei der letzten vier Spiele gingen in der Liga verloren. Beim 5:4 nach Penalty gegen Dortmund kleckerte man ebenfalls nicht gerade Ruhm aufs Lätzchen. Einzelgespräche wurden danach geführt — das ist nie ein gutes Zeichen. Klar ist, der Fuchs ist außer Form und hat auch noch Verletzungssorgen: Joel Keussen (Gehirnerschütterung), Oliver Mebus (Haarriss im Mittelfußknochen) und Philip Riefers (Innenbandriss) fehlten schon am vergangenen Wochenende. Jetzt meldeten sich auch Clarke Breitkreuz und Daniel Schmölz erkrankt ab. Die beiden Stürmer gehören zu den wenigen Spielern im Kader, die einigermaßen torgefährlich sind. Personalmangel herrscht gleichwohl nicht. Köln und Düsseldorf haben spielfrei. Damit rücken alle Förderlizenzspieler der Kooperationspartner an. Auf dem Spielberichtsbogen bleibt da kein Listenplatz frei. Franz Fritzmeier steht vor der Aufgabe, aus einer Vielzahl von Solisten wenigstens für einen Abend eine Mannschaft zu formen. Die Qualität des Gegners, der ebenfalls drei seiner letzten vier Spiele verlor, sollte da Motivationshilfe sein. In dieser Saison konnte der Fuchs zwar noch keinen namhaften Gegner schlagen. Allerdings präsentierte man sich gegen die starken Klassenkameraden mit ansehnlichem Eishockey. Mehr darf man heute auch nicht erwarten. Die sportliche Krise müssen die Füchse im Liga-Alltag aufarbeiten. Die Partie gegen Rossis Falken ist nur zum Genießen da.

(kew)