Fußball-Regionalliga: VfB Homberg: Wiederauferstehung mit Sieg über Verl

Fußball-Regionalliga: VfB Homberg : Wiederauferstehung mit Sieg über Verl

Fußball-Regionalliga: Nach der bösen 0:4-Niederlage gegen die U23 von Schalke 04 vor Wochenfrist, zeigt der VfB Homberg Moral und schlägt den bisherigen Spitzenreiter durch ein Tor von Justin Walker in der Schlussphase mit 1:0.

Justin Walker zeigt sich auf dem Fußballplatz meistens bescheiden und gönnt eher den Kollegen mit einer Vorlage den Torerfolg, als selbst den Abschluss zu suchen. Gegen den SC Verl war das am Samstag ausnahmsweise anders. Bescheiden blieb der Außenspieler nach dem fast schon sensationellen 1:0 (0:0)-Sieg des VfB Homberg gegen den als Spitzenreiter angereisten SCV, der im DFB-Pokal erst Bundesligist FC Augsburg und zuletzt auch noch den Zweitligisten Holstein Kiel aus dem Wettbewerb geworfen hatte, dennoch.

Einen „ganz netten Umstand“ nannte es Walker, „mit meinem ersten Tor in der Regionalliga überhaupt zu Hause den Tabellenführer geschlagen zu haben“. Dass ihm dies nach Vorarbeit von Koray Kacinoglu und Dennis Wibbe zwei Minuten vor Schluss gelang, machte den Siegtorschützen freilich „überglücklich“. Doch zugleich hob der 26-Jährige hervor, was entscheidend für die Überraschung am 17. Spieltag der Regionalliga West war. „Wenn hinten die Null steht, verliert man schonmal nicht“, so Walker, „und mit solch einer kompakten Defensive kann man dann auch mal so ein Spiel gewinnen.“

So biss sich der Pokal-Achtelfinalist um Ex-MSV-Profi Zlatko Janjic am Rheindeich die Zähne am gelb-schwarzen Abwehrblock aus. „Ich kann mich nicht an viele Chancen von Verl erinnern“, meinte Ferdi Acar. Und die Erinnerung trog Hombergs Standardspezialisten, der nach dreimonatiger Verletzungspause wie auch Patrick Dertwinkel erstmals wieder in der Startelf stand, nicht. Drei Abschlüsse ließ der Aufsteiger gegen den SCV zu, der die Tabellenführung nach der erst zweiten Niederlage in dieser Saison an den SV Rödinghausen abgeben musste.

Die Volleyabnahme von Nico Hecker stellte dabei für VfB-Keeper Philipp Gutkowski kein Problem dar (17.), Zlatko Janjic verfehlte das Tor in der 84. Minute mit einem Seitfallzieher – und als Aygün Yildirim mit einem Fallrückzieher kurz vor der Pause nur den Pfosten traf, hatten die Homberger auch etwas Glück. „Aber an so einem Tag, an dem du dir es einfach verdient hast, geht so ein Ball dann eben auch mal an den Pfosten und von da ins Aus anstatt ins Tor“, freute sich Stefan Janßen, dass seine Jungs am 17. Spieltag zum erst dritten Mal mit drei Punkten für ihren aufopferungsvollen Kampf belohnt wurden.

„Nur wenn alle alles für den Erfolg tun, können wir auch gemeinsam alles erreichen“, stellte der Coach klar. Und genau das lebte sein Team gegen den bisherigen Ligaprimus vor. So wie Thorsten Kogel, der gemeinsam mit dem bis zur 89. Minute durchhaltenden Startelfdebütanten Dertwinkel ein starkes Spiel auf der Doppelsechs bot. „Die kämpferische Leistung von jedem Einzelnen war Weltklasse“, so Kogel, „wir haben nie aufgesteckt und bis zum Schluss an unsere Chance geglaubt.“

So machte die nach der Pause offensiver agierenden Homberger auch das wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte Tor von Cagatay Kader nicht nervös (60.). Wobei der Treffer, den der Stürmer im Nachschuss erzielte, nachdem Acar nach einem Querpass von Kacinoglu aus kurzer Distanz noch an SCV-Schlussmann Robin Brüseke gescheitert war, in den Augen von Janßen sogar regulär war: „Da stand noch ein Verler auf der Linie.“ Letztlich konnte diese mögliche Fehlentscheidung dem Trainer dann aber auch egal sein – ebenso, wie Kogel die Spiele der Konkurrenz im Tabellenkeller „diesmal völlig egal“ waren. Für ihn zählte nur der eigene Erfolg, durch den sich der VfB auf drei Punkte an einen sicheren Nichtabstiegsplatz heranpirschen konnte.

Großer Jubel beim VfB Homberg: Hier feiern Mike Koenders (links) sowie Durim Berisha (rechts), während ein Spieler des SC Verl die Niederlage nicht fassen kann. Foto: Fotos: Stefan Rittershaus

„Noch nie war ein Sieg so wichtig“, konnte es Kogel selbst „noch nicht ganz glauben“, dass dieser ausgerechnet gegen den haushohen Favoriten gelang. Dem konnte Justin Walker – fast schon etwas unbescheiden – nur beipflichten: „Eine Woche nach der höchsten Niederlage beim 0:4 gegen Schalke 04 II so aufzustehen und den Tabellenführer zu besiegen, zeigt, wie groß die Moral in unserer Truppe ist.“