Wibbe nimmt sich ein Herz und lässt Janßen strahlen

Fußball : Wibbe nimmt sich ein Herz und lässt Janßen strahlen

Fußball VfB Homberg gewinnt in letzter Minute am Uhlenkrug und schafft damit einen perfekten Start in die Oberligasaison

(sven) Unterschiedlicher konnten die Stimmungslagen am Uhlenkrug nach einer absolvierten Woche in der neuen Saison nicht sein. Auf der einen Seite die ernüchterten Gastgeber von Schwarz-Weiß Essen, auf der anderen die fast schon Jubel verwöhnten Kicker des VfB Homberg. Und wie es im Fußball oft so ist, entschied ein Tor über den kompletten Fehlstart auf der einen und den optimalen Auftakt auf der anderen Seite. In der zweiten Minute der Nachspielzeit sorgte Dennis Wibbe für den 1:0 (0:0)-Sieg der Duisburger in einem lange offenen Oberliga-Duell.

„Ich bin megastolz auf die Jungs“, strahlte Stefan Janßen, „neun Punkte innerhalb von acht Tagen – besser geht es nicht“. Dabei vergaß der VfB-Coach nach dem dritten Sieg in Folge nicht den Respekt vor einem Gegner, der sich angesichts dreier Pleiten in Folge Gedanken über sein ambitioniertes Aufstiegsziel machen muss. „Wir sind auf einen sehr laufstarken und disziplinierten Gegner getroffen, der sehr präsent in den Zweikämpfen war und gut auf uns reagiert hat. Wir haben bis zum Schluss versucht die Lücken zu finden, aber der ETB hat wenig Lücken offen gelassen.“

Zweimal jedoch tat sich eine sehr große Lücke auf, die die Homberger aber nicht nutzen konnten. Erst platzierte Danny Rankl seinen Schuss aus zentraler Position genau auf Torwart Sven Möllerke, dann lief Dennis Wibbe allein auf den Essener Schlussmann zu, passte aber in den leeren Raum anstatt auf das Tor zu schießen. Auf der anderen Seite war es VfB-Keeper Philipp Gutkowski, der einen Kopfball entschärfte, zu verdanken, dass es torlos in die Pause ging.

Auch im zweiten Durchgang boten die Schwarz-Weißen den Gelb-Schwarzen, bei denen Felix Clever für Colin Schmitt und Jerome Manca für Markus Wolf diesmal von Beginn an in der Vierer-Abwehrkette standen, wenig Raum. Der wurde jedoch etwas größer, als sich die Essener mit einer gelb-roten Karte gegen Damian Peterburs selbst dezimierten (54.), was die Homberger zunehmend überlegener werden ließ.

Dennis Wibbe knallte den Ball an die Latte, dann schien Julien Rybacki schon zum 1:0 getroffen zu haben – allerdings hatte Schiedsrichter Christian Szewczik ein Handspiel gesehen. 

Als alles schon nach einem torlosen Remis ausschaute, nahm sich Dennis Wibbe ein Herz, marschierte los, ließ zwei Essener einfach stehen, beförderte die Kugel mit links in den linken Winkel und sorgte mit dieser Einzelaktion für extrem unterschiedliche Stimmungslagen am Essener Uhlenkrug.

„Aus Sicht des ETB war es natürlich eine unglückliche Niederlage“, zeigte Stefan Janßen Verständnis für seinen Ex-Klub, bei dem er zehn Jahre aktiv war. „Aber aus unserer Sicht ist es ein verdienter Sieg.“

(RPN)
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