Wasserball: Wenn Namen für sich sprechen

Wasserball : Wenn Namen für sich sprechen

Es sind diese Momente, die ein Sportler nie mehr vergisst: EM-Finale in Bonn 1989, Verlängerung, den Ball in der Hand, das Eck im Visier, ein kurzer Blick, ein trockener Wurf, Tor. Deutschland ist Europameister – und der Duisburger Rainer Osselmann Deutschlands neuer Wasserball-Held.

Es sind diese Momente, die ein Sportler nie mehr vergisst: EM-Finale in Bonn 1989, Verlängerung, den Ball in der Hand, das Eck im Visier, ein kurzer Blick, ein trockener Wurf, Tor. Deutschland ist Europameister — und der Duisburger Rainer Osselmann Deutschlands neuer Wasserball-Held.

Lang, lang ist's her. Seinerzeit zählte Wasserball in Deutschland noch zu den viel geachteten Sportarten. Die letzte Medaille ergatterten die schwimmenden Werfer 1995. Bei der EM in Wien langte es zu Bronze. Auch da war ein Duisburger der entscheidende Mann: Dirk Klingenberg vom DSV 98. Das Kuriose an der Geschichte: Osselmann war Klingenbergs erster Wasserball-Lehrer. "Er warf mir die Bälle zu, ich musste sie zurückwerfen. So fing alles an", erzählt "Klinge".

Nun, 22 Jahre nach dem EM-Triumph, stehen sie zusammen in einem Team, steigen für die Waterpolomasters Duisburg ins Becken. Jeden Dienstag trainieren die Stars von einst zusammen im Schwimmstadion. Just for fun, wie es neudeutsch heißt, wobei auch der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz kommt.

"Wenn wir im Becken sind und die Kappe aufhaben, wollen wir gewinnen. Das war früher so, und daran hat sich bis heute nichts geändert", sagt Günter Baudewig. Schon jetzt merkt man dem früheren Keeper des ASCD an, wie sehr er dem ersten Juni-Wochenende entgegenfiebert.

Dann nämlich ist Duisburg Austragungsort der 16. Deutschen Masters-Meisterschaften. 40 Mannschaften mit mehr als 500 Aktiven nehmen in acht Altersklassen (30+ bis 65+) teil, tragen vom 3. bis 5. Juli in den Bädern des ASCD und des DSV 98 insgesamt 65 Spiele aus.

"Das Turnier ist für jeden Fan ein absolutes Muss. Schließlich werden so ziemlich alle Wasserball-Größen der letzten 40 Jahre mit dabei sein", sagt Organisator Werner Plotz (ASCD), der gar nicht groß die Werbetrommel rühren muss. Denn Namen sprechen bekanntlich für sich. Neben dem oben genannten Trio schnüren unter anderen auch Ralf Obschernikat, Frank Otto, Rainer Hoppe und Diego Chalmovsky die Badekappe.

Für sportliche Aha-Erlebnisse ist also gesorgt. Und abseits des Beckens werden die Zuschauer ebenfalls bestens unterhalten. So wird etwa das ASCD-Sommerfest am 4. Juli in das Turnier eingebettet. "Wir werden drei schöne Tage erleben", freut sich Plotz, und Günter Baudewig fügt hinzu: "Das wird ein klasse Event, auf das ich mich schon jetzt riesig freuen. Außerhalb des Beckens wollen wir gute Gastgeber sein — und im Wasser unserer Favoritenrolle gerecht werden."

(RP)
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