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Wasserball: Wasserballer kämpfen um das Olympia-Ticket

Wasserball : Wasserballer kämpfen um das Olympia-Ticket

Das Jahr 2012 ist noch keine drei Monate alt, da hat Tobias Kreuzmann schon eine kleine Weltreise hinter sich. Im Januar weilte der 30-Jährige für zwei Wochen im niederländischen Eindhoven.

Anschließend machte er in Deutschland reichlich Kilometer, fuhr nach Unterfranken, in die Oberpfalz und nach Berlin. Anfang des Monats hob der Flieger nach Mallorca ab. Danach folgte ein kurzer Abstecher nach Skopje (Mazedonien), ehe Kreuzmann zum Sprung über den großen Teich ansetzte.

Nach acht Tage im kalifornischen Thousand Oaks bezieht er heute im kanadischen Edmonton Quartier. Zwei Wochen möchte "Kreuz" in Kanada verbringen — und am Karfreitag das Ticket für die Olympischen Spiele lösen. "Ich will nach London", macht der Wasserball-Nationalspieler des ASC Duisburg (ASCD) unmissverständlich klar. Und dafür zerreißt sich der Routinier, der rund 300 Länderspiele auf dem Buckel hat und schon 2004 in Athen und 2008 in Peking zu olympischen Ehren kam.

Er trainiert acht Mal die Woche, reist für Bundesliga-Spiele quer durch Deutschland, mit der Nationalmannschaft um die halbe Welt und nimmt in Kauf, wenig Zeit mit Lebensgefährtin Hannah und Töchterchen Leni verbringen zu können. Der olympische Spirit treibt ihn und seine Vereinskameraden Julian Real, Paul Schüler und Sven Roeßing an. Gemeinsam will das ASCD-Quartett in London die Kappen schnüren.

Die Chancen stehen gut. Zwar musste die Auswahl von Bundestrainer Hagen Stamm in den letzten Vorbereitungsspielen Niederlagen quittieren, mit den USA und Weltmeister Italien warteten aber auch wahre Schwergewichte als Gegner. Beim Qualifikationsturnier in Edmonton kämpfen von Sonntag an zwölf Mannschaften um vier Olympia-Fahrkarten. "Wir haben verdammt starke Vorrundengegner zugelost bekommen", sagt Kreuzmann, "aber wir haben bei der Europameisterschaft in Eindhoven gezeigt, dass wir bestehen können."

Kann der EM-Fünfte die Eindrücke der letzten Monate bestätigen, würde er die Vorrunde nach den Duellen mit Rumänien, Vize-Europameister Montenegro, den Niederlanden, Griechenland und Mazedonien wohl als Zweiter oder Dritter beenden. Im Viertelfinale müsste dann eine Mannschaft aus der schwächeren Parallelgruppe ausgeschaltet werden, um das Olympia-Ticket zu lösen. Tobias Kreuzmann zeigt sich zuversichtlich, die schwierige Aufgabe bewältigen zu können: "Wir haben es selbst in der Hand, unseren Traum zu verwirklichen."

Lucas für Holland Tobias Kreuzmann (2004 und 2008) und Julian Real (2008) sind bereits Olympia-erfahren. Für Paul Schüler und Sven Roeßing wäre es die erste Teilnahme. Gleiches gilt für einen weiteren ASCD-Spieler. Thomas Lucas kämpft in Edmonton mit Außenseiter Holland um die Qualifikation.

(RP)