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Handball: Walsums Handball-Damen verlieren ihre Trainerinnen

Handball : Walsums Handball-Damen verlieren ihre Trainerinnen

Ramona Kugler-Höing und Kerstin Höing kehren dem Oberligisten den Rücken. Ihr Nachfolger könnte Manfred Wählen werden.

Wenn eine erfolgsverwöhnte Mannschaft zweimal in Folge böse unter die Räder kommt und das Trainergespann anschließend seinen Abschied zum Saisonende bekanntgibt, stellt sich die Frage, ob die aktuelle sportliche Lage ursächlich hierfür ist. Martin Schulz verneint das vehement. "Mit der gegenwärtigen Situation hat der Entschluss unserer Trainerinnen ausdrücklich nichts zu tun", sagt der Sportwart des Frauenhandball-Oberligisten TV Walsum-Aldenrade: "Mannschaft und Trainer sind nach wie vor eng verbunden."

Noch bis zum letzten Saisonspiel am 12. April gegen die Bergischen Panther hören die Spielerinnen des Niederrhein-Meisters auf Kerstin Höing und Ramona Kugler-Höing. Dann trennen sich die sportlichen Wege. "Die beiden haben mir bereits früh im letzten Jahr mitgeteilt, dass sie ihr Engagement nach der Saison beenden werden", erklärt Schulz. Der Hauptgrund ist der hohe Aufwand, den die Polizistin und die Grundschullehrerin neben dem Beruf stemmen müssen. "Wir haben unser Leben lang Handball gespielt, dann gleich im Anschluss das Traineramt beim TVA übernommen", erklärt Kerstin Höing: "Jetzt freuen wir uns einfach auf eine handballfreie Freizeitgestaltung." Schulz bedauert die Entscheidung: "Kerstin und Mona haben großen Anteil an den Erfolgen der letzten zehn Jahre, sowohl als Spielerinnen als auch als Trainerinnen." Seit 2003 (Kugler-Höing) bzw. 2006 (Höing) trug das Duo entscheidend zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte bei, der dreijährigen Zugehörigkeit zur Regionalliga und 3. Liga. In ihrer ersten Trainer-Saison führten sie den TVA zum Gewinn der dritten Niederrhein-Meisterschaft nach 2008 und 2012.

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Dass es diesmal wohl nicht zur Titelverteidigung reichen wird, weiß Schulz einzuordnen. "Wir können die aktuelle Situation sachlich beurteilen. Nach Jahren des Erfolgs ist es zum Einen kein Beinbruch, zum Anderen auch nachvollziehbar." Ohne konkretes Aufstiegsziel sei es schwer, sportliche Reize zu setzen. "Der Sprung zwischen Oberliga und 3. Liga ist für uns und viele andere Vereine zu groß", sagt Schulz.

Die fehlende Perspektive ist der eine Grund, dass Aldenrade zurzeit nicht zur Liga-Spitze zählt. Der andere ist die personelle Situation. Zuletzt standen nur noch sieben Feldspielerinnen zur Verfügung. "Keine Frage, der Kader muss zur kommenden Saison verstärkt werden, vor allem in der Tiefe", sagt Schulz.

Der Nachfolger von Höing und Kugler-Höing soll noch diese Woche präsentiert werden. Dem Vernehmen nach könnte es sich um Manfred Wählen handeln. Der Tönisvorster trainierte zuletzt den Herren-Verbandsligisten Hülser SV.

(kök)