Lokalsport: VfB Homberg will den zweiten Platz in der Landesliga

Lokalsport : VfB Homberg will den zweiten Platz in der Landesliga

Stefan Janßen hat beim Handy-Nachrichtendienst WhatsApp eine Piratenflagge als Profilbild eingestellt. Der Trainer des Fußball-Landesligisten VfB Homberg hätte ab Ende Februar, wenn die Spielklasse ihren Winterschlaf beendet, nichts gegen eine Piratenmentalität seiner Jungs einzuwenden.

"Dass wir bis zum Saisonende auf Platz zwei springen wollen, ist kein Geheimnis", hat Janßen das Netz bereits ausgeworfen. Allerdings schiebt der 46-Jährige nach: "Diese Idee haben auch der FSV Duisburg, der VfL Rhede oder Union Nettetal. Für uns gilt auch: Sollte der Spitzenreiter 1. FC Kleve wackeln, dann wollen wir da sein."

Aktuell belegen die Gelb-Schwarzen, die nur mühsam in die Spielzeit starteten, dann aber das Segel in den Wind drehten, Platz fünf. Durch das Nachrüsten mit hungrigen Kräften wie Timo Welky (25, FSV Duisburg), Harun Can (22, Schwarz-Weiß Essen) und Florian Ortstadt (27, Fichte Lintfort) haben sich die Homberger qualitativ breiter aufgestellt. Im Gegenzug verließen Joel Schoof (FSV Duisburg), Murat Kara (SV Genc Osman), Tolga Dügencioglu (VfL Tönisberg) und Tobias Schiek (Duisburger SV 1900) den Rheindeich. Das Gesicht des Teams hat sich also über den Jahreswechsel verändert. Janßen, dessen Kontrakt vorzeitig um eine weitere Spielzeit verlängert wurde, denkt über den Tellerrand hinaus. "Ich habe Lust darauf, mit dem Gros des Teams über die Saison hinaus weiterzumachen", sagt der Coach. Was dafür spricht, dass Janßen mit der Weiterentwicklung des Kaders zufrieden ist. "Julian Dusy und Dennis Wibbe, die im Sommer neu hinzugekommen sind, übernehmen immer mehr Verantwortung. Eric Holz, im vergangenen Jahr lange verletzt, befindet sich auf dem Weg dorthin. Und unser Winter-Neuzugang Timo Welky wächst neben den etablierten Thomas Schlieter sowie Sunay Acar in die Führungsaufgaben hinein", sagt Janßen.

Mit dem Stand der Vorbereitung ist der einstige Speldorfer zufrieden. "Die Jungs ziehen klasse mit. Wir sind bisher vom Wintereinbruch verschont geblieben, haben sehr gute Trainingsbedingungen. Das 1:2 im Test gegen Uerdingen war ein gutes Spiel von uns, auch das 11:0 gegen den Vogelheimer SV konnte sich sehen lassen." Der VfB-Coach sammelt alle Arbeitseindrücke seiner Gefolgschaft, um dann die Entscheidung zu fällen, wem er das Vertrauen für die Meisterschaft schenkt. "Ich bewerte nicht nur die Freundschaftsspiele, sondern auch alle Einheiten. Jedes Training ist ein Qualifikationsrennen", so Janßen.

Was die Seite der Spielerabgänge anbelangt, gibt es kein böses Blut. "Man muss jeden Wechsel unterschiedlich sehen. Tobi Schiek hat hier nur in der Reserve gespielt, Tolga Dügencioglu hatte keine Chance auf die erste Elf. Da waren Veränderungen sinnvoll", sagt der Trainer.

Auch bei Murat Kara machte ein Tapetenwechsel Sinn. Janßen: "Murat ist ein Typ, der spielen muss. Die Konkurrenz war für ihn schon groß. Jetzt ist sie durch Florian Ortstadt noch zusätzlich angewachsen. Wir haben mit allen Spielern ein offenes Wort gesprochen und auch Joel Schoof gesagt, dass ein Wechsel besser ist."

(RP)
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