VfB-Feier nicht ausgeufert, denn bereits Mittwoch geht es weiter.

Fussball : Nach dem Aufstieg folgt die Meisterschaft

Fußball: Der Oberligist VfB Homberg siegt mit beim Tabellendritten 1. FC Bocholt und bedauert den Abstieg des MSV.

Und die Party geht weiter: Eine Woche nach dem perfekt gemachten Aufstieg bleiben die Kicker des VfB Homberg im Feiermodus. „Ich könnte mich langsam dran gewöhnen“, lachte Coach Stefan Janßen, nachdem seine Jungs ihrer überragenden Saison die Krone aufgesetzt hatten. Mit dem 2:1 (0:0)-Sieg im Spitzenspiel beim 1. FC Bocholt machten die Gelb-Schwarzen am Sonntag auch den Meistertitel in der Oberliga perfekt – und das bei noch vier ausstehenden Spielen.

Mit dem einen oder anderen Kaltgetränk stießen die Homberger freilich auf ihr Meisterstück an, eine richtige Sause gab es am Hünting mit Blick auf das am Mittwoch anstehenden Nachholspiel gegen den SC Düsseldorf-West aber nicht. Den Stolz und die Freude über das Erreichte schmälerte dies freilich nicht. „Dieser Erfolg, Meister in der Oberliga zu sein, steht noch einmal über allem“, strahlte Janßen, „den Titel mit der erstmaligen Chance gleich klar gemacht zu haben, fühlt sich einfach nur gut an.“

Dabei musste sich der VfB im Spitzenspiel mächtig strecken. Die Aufstiegsparty vor einer Woche steckte den Kickern zwar nicht in den Beinen, doch die Erkältungswelle hatte Einzug gehalten. So reichte es für Danny Rankl, Justin Walker und Collin Schmitt nur für die Bank, auch Ferdi Acar war nach seiner Bänderverletzung noch nicht einsatzbereit. Und die Bocholter machten dem Spitzenreiter das Leben zusätzlich schwer. „Sie hatten null Interesse daran, dass wir auf ihrem Platz Meister werden“, so Janßen, der in einem 3-5-2-System mit Marvin Lorch als zweitem Stürmer neben Dennis Wibbe überraschte.

So war es lange ein Spitzenspiel auf Augenhöhe, in dessen erster Halbzeit der VfB durch Pierre Nowitzki (2) und Patrick Dertwinkel gegenüber zwei Möglichkeiten der Gastgeber ein kleines Chancenplus hatte. Nach der Pause kippte das Spiel endgültig zugunsten des Meisters. Erst traf Wibbe nach Flanke von Jonas Haub nur den Innenpfosten, dann wurde der Stürmer im Strafraum gefoult, was Dertwinkel mit dem verwandelten Elfer zur Führung nutzte (52.). Als Nowitzki nach Vorarbeit von Metin Kücükarslan zum 2:0 einköpfte (63.), wurden die Gäste „etwas schläfrig“, wie es Janßen formulierte. Doch sie hatten das Glück eines Spitzenreiters, als Alexandros Armen in der 80. Minute einen Strafstoß an den Pfosten setzte. Der Anschlusstreffer durch Dominik Göbel in der Schlussminute kam zu spät, um den Meister-Coup des VfB noch gefährden zu können.

Bei aller Freude nahm Janßen den Titel aber auch mit einem weinenden Auge entgegen. Und so ging es unter den Hombergern nicht nur dem Trainer. „Dass wir vier Spiele vor Schluss unsere starke Leistung mit dem Meistertitel krönen, und am gleichen Tag der MSV Duisburg aus der 2. Liga absteigt, ist bitter. Es ist sehr schade für den Verein, die Stadt Duisburg und die Fans in der Umgebung. Aber es ist unsere Mentalität im Ruhrgebiet, dass wir nicht liegen bleiben, wenn wir hinfallen. Wir stehen wieder auf.“

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