Rollhockey: Verstärkung aus Spanien

Rollhockey : Verstärkung aus Spanien

Nach den Abgängen von Lowie Boogers und José Barreto muss die RESG Walsum deren Positionen neu besetzen. Dabei soll ein katalanisches Duo helfen

Wie die Lage sei? "Nicht hoffnungslos", antwortet Günther Szalek. Wer den Trainer der RESG Walsum kennt, weiß, dass er kein großer Freund von Floskeln ist, sondern vielmehr sagt, was er denkt - und es deshalb auch ziemlich genau so meint. Der langjährige Jugendcoach, nach dem gesundheitlich bedingten Abschied von Detlef Strugala in der Vorsaison zum Chef an der Bande beim Bundesliga-Team aufgestiegen, arbeitet einen Monat vor dem Punktspielstart der Roten Teufel noch an einigen Baustellen.

Deutscher Rollhockey-Rekordmeister ist die RESG noch immer, aber kaufen kann man sich im nördlichsten Stadtbezirk längst nichts mehr dafür. "Man muss ehrlich zugeben, dass nach so vielen Jahren ohne Erfolg der Lack ein wenig ab ist", räumt Günther Szalek ein. Zuletzt war in den Play-offs stets im Viertelfinale Endstation, auch im Pokal ging es nicht viel weiter. Der ersehnte Titel ist momentan weiter entfernt denn je. Und unten bröckelt die Basis, gibt es kaum noch hoffnungsvollen Nachwuchs.

Der Trainer ist allerdings Kämpfertyp genug, um sich mit dieser Situation nicht zu begnügen. "Wir wollen dafür sorgen, dass die RESG wieder eine Macht wird", sagt Szalek. Um dies zu bewerkstelligen, will er die erste Mannschaft wieder auf Vordermann bringen. Schwer genug, denn der deutsche Binnenmarkt gibt kaum Spielermaterial her. Es müssen auch Lücken gefüllt werden, denn Lowie Boogers hat nach einem Jahr sein RESG-Comeback wieder beendet. "Er wird jetzt Vater und kann auch den Aufwand nicht mehr leisten", erklärt Günther Szalek, der von zwei auf drei Übungseinheiten pro Woche aufstockt - in der Vorbereitung sogar deren fünf. José Barreto ist aus anderen Gründen weg. Der Trainer kurz und knapp: "Wir mussten uns von ihm trennen." Mit Tiago Martins, zuletzt in Diensten des TuS Düsseldorf-Nord, steht ein Zugang bereits fest. Er muss nach längerer Verletzungspause aber erst einmal wieder aufgebaut werden.

Direkthilfe verspricht sich Günther Szalek jedoch von einem Duo, dessen Verpflichtung so gut wie perfekt: Zwei Spanier aus der drittklassigen Liga National Catalana sollen kommen. "Die Rahmenbedingungen dafür müssen noch gesichert werden", sagt der Trainer, der daher auch die Namen noch nicht preisgibt. Per Intensiv-Deutschkurs sollen sie möglichst schnell integriert werden. Da Pedro Queiros nun als "Sport-Deutscher" gilt, wären nur noch zwei Kontingent-Ausländer übrig: Felipe Sturla und Oldie Nuno Rilhas, der aber ab Januar ebenfalls als "Einheimischer" mitmachen darf.

Eine weitere echte Alternative könnte bald übrigens auch wieder Christopher Nusch darstellen, der eigentlich nur noch als Günther Szaleks Assistent fungieren sollte: "Wenn er weiter so trainiert wie bis jetzt, wird er auch wieder spielen."

(RP)
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