Verlangsamter Abwärtstrend

Bei den Kölner „Haien“ gab es für die Cracks des EVD endlich mal wieder ein kleines Erfolgserlebnis. Sie verloren erst in der Verlängerung. Trainer Willy Mühlenhaus und sein Anteil daran.

Willy Mühlenhaus kann den Abwärtstrend bei den Duisburger Eishockey-Füchsen nicht stoppen. Aber er hat ihn deutlich verlangsamt. Gestern reichte es für das DEL-Schlusslicht zumindest zu einem Punktgewinn. Bei den Kölner Haien verlor der Außenseiter mit 3:4 (1:1, 2:2, 0:0, 0:1) nach Verlängerung. Die elfte Niederlage in Folge war perfekt, als Kölns Adams vor 10500 Zuschauern aus kurzer Distanz den „plötzlichen Tod“ des Fuchses veranlasste. Auch wenn es nicht zum Sieg reichte, die Vorstellung der Mannschaft unter neuer Führung nötigt einigen Respekt ab. Der EVD arbeitete einen 1:3-Rückstand auf und kämpfte vorbildlich.

Slapstick-Einlage

Ganz ohne schräge Nummern ging es freilich erneut nicht ab. Manchmal fragt man sich dabei, ob die Füchse ihre Slapstick-Einlagen im Training proben oder ob ihnen ganz spontan solcher Unsinn einfällt. In Köln erlaubte sich die Mannschaft nach der ersten Drittelpause verspätet aus der Kabine zu trotteln. Jan Alinc kam irgendwann. Justin Cox noch später. Nach knapp drei Minuten. Die Lanxess-Arena ist aber auch schrecklich weitläufig. Schiedsrichter Jablukov fehlte der Humor für diese Art von Faxenmacherei und schickte den Fuchs Johannes Sedlmayer wegen Spielverzögerung auf die Strafbank.

Gute Idee, so saß dort Michail Kozhevnikov nicht ganz allein. Ohnehin sorgte der Gast dafür, dass sich auf dem Bänkchen kein Spieler eine Blasenentzündung wegen rückseitiger Verkühlung holte. Das Team hielt die Sitzfläche dank häufiger Strafzeiten gemütlich warm. Willy Mühlenhaus hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diese Art Kunstpausen zu reduzieren. Gegen Hannover gelang das gut. In Köln überhaupt nicht. 30 Minuten sammelte man auf der Strecke ein. Nach einer Händelei vor dem Ende des Schlussdrittels saßen Ask, Palmer Jasecko gemeinsam in der Büßerbucht.

Wunderheiler

Noch eine Schwäche, die wohl nur ein Wunderheiler abstellen kann: Das Versemmeln von eigenen Torchancen. Mit drei Stürmern gegen den Torwart ging nichts. Gegen den liegenden Torhüter trafen sie nicht. Und überhaupt, das Überzahlspiel!

Trotzdem, die Füchse bewiesen Willen und Moral. Beides wurde mit dem ersten Punkt seit dem 14. Dezember 2008 belohnt wurde. Das 1:0 durch Selivanov (5.) gelang in Überzahl. Dann nutzte Köln den häufigen Personalüberhang. Gogulla (6., 24.) und Trygg (34.), wendeten das Blatt.. Justin Cox (37.) und Michal Sup (40.) holten das Duisburger Team zurück ins Spiel.

Starker Masalkis

Zu den Besten auch und gerade im Schlussdrittel gehörte Torwart Edgars Masalskis und Stürmer Morten Ask. Nebenbei: Zum Schlussdrittel erschien die Mannschaft überpünktlich. Der Fuchs ist zwar nicht immer schlau, aber wenigstens lernfähig.

(RP)