Lokalsport: TVA: Etliche Positionen sind gleichwertig doppelt besetzt

Lokalsport : TVA: Etliche Positionen sind gleichwertig doppelt besetzt

Michael May, der neue Trainer des TV Aldenrade, setzt ein Ziel: "Unter die Top drei sollten wir es schon schaffen." Das Trainingslager im Sauerland war menschlich wie sportlich eine runde Sache. Michael Peter, der sportliche Leiter, erwartet die Regionalliga-Qualifikation.

Die Rechnung ist einfach. Zur Saison 2017/18 wird im Frauenhandball die Regionalliga Nordrhein eingeführt. In der 3. Liga spielen nur zwei Mannschaft vom Niederrhein, der wiederum sieben Startplätze in der Zwölfer-Liga bekommen wird. Selbst wenn sowohl Solingen als auch Aldekerk abstiegen, würde Rang fünf sicher reichen. "Das stimmt", sagt Michael May, der neue Trainer des TV Aldenrade, "aber das kann nicht unser Anspruch sein." Was das genau heißt? "Ich denke, unter die Top drei sollten wir es schon schaffen."

Tatsächlich ist der Walsumer Kader bemerkenswert stark. Jede Position ist doppelt besetzt - mindestens. Und oft genug: gleichwertig doppelt besetzt. Eine angenehme Situation für den Trainer? "Auf jeden Fall, aber auch eine gefährliche." Denn: Jede Spielerin hat den Anspruch zu spielen. "Allerdings treten die Mädels wirklich als Team, als Einheit auf. Ich habe den Spielerinnen erklärt, dass es das Ziel ist, dass jede spielt, es aber auch Situationen geben kann, in denen es nicht so ist." Doch die Integration der Spielerinnen auf menschlicher Ebene hat offenbar bestens funktioniert. "Das Gute ist: Wir können auch Dinge direkt ansprechen, ohne dass jemand sauer wird. Das ist nicht selbstverständlich und ich habe es auch schon anders erlebt." So war das Trainingslager im Sauerland mit einem Spiel in Arnsberg und einem in Pulheim auf dem Rückweg eine gute Sache. "Menschlich wie sportlich", betont der Coach.

Insgesamt sieht May eine starke Vorbereitung seiner Mannschaft. "Natürlich haben auch mal Spielerinnen gefehlt - zum Beispiel als Alice geheiratet hat. Aber das ist ja auch okay so." Klar ist, dass angesichts vieler Neuzugänge das Zusammenspiel eingeübt werden musste - und immer noch muss. Dabei hat der TVA eine Mischung aus vielen erfahrenen Spielerinnen - und einer Menge junger Handballerinnen. Mit Annika Roth, Katrin Kaiser und Katarina Ueffing kamen gleich drei Spielerinnen vom ETuS Wedau, der sich nach dem Oberliga-Abstieg bekanntlich in die Kreisliga zurückgezogen hat.

Für das Tor ist Laura Graef vom TuS Lintfort neu hinzugekommen und bildet mit Katja Knorr das neue Duo. Die Japanerin Mariko Ikeda wechselte vom HSV Solingen-Gräfrath an den Driesenbusch. Weitere Neuzugänge sind Mailin Strunz (TB Oberhausen), Ivana Munivrana (Bayer Leverkusen) und Tabea Rath (eigene Reserve). Dagegen sind Jennifer Lang, Alina Boy (beide Eintracht Duisburg), Manuela Doktor (nun Torwarttrainerin) und Daniela Rink (nun Co-Trainerin) zumindest aktiv nicht mehr dabei. Strunz, Ueffing und Munivrana könnten aufgrund einer U-21-Regelung auch jederzeit in der Reserve auflaufen, ohne sich festzuspielen.

Wer sind die anderen Mannschaften, die sich nach oben orientieren? Keine leichte Frage. "Ganz sicher Fortuna Düsseldorf und Treudeutsch Lank", sagt May. "Überruhr hat sechs neue Spielerinnen aus Riemke bekommen. Wülfrath sicher auch, wenn sie einen guten Lauf haben." Eine Einschätzung, die auch Michael Peter, der sportliche Leiter teilt: "Ich sehe keine Mannschaft, die alleine alles dominiert, aber auch keine, die nach unten abfällt. Die Liga ist ausgeglichener denn je", sagt er. Wenn Michael Peter über Ziele des TVA spricht, geht es um die Qualifikation zur Regionalliga. "Wenn das Team zusammenbleibt, ist in drei Jahren vielleicht auch wieder mehr möglich", so Peter. Aktuell will er die Vorstellungen aber nicht ins Uferlose wachsen lassen. "Wir haben viele junge Spielerinnen im Kader, denen wir auch die nötige Zeit geben wollen und werden."

(RP)