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Handball: TVA: Ein kaum zu stemmender Kraftakt

Handball : TVA: Ein kaum zu stemmender Kraftakt

Für die Oberliga-Handballerinnen des TV Walsum-Aldenrade geht es am Samstagabend sprichwörtlich um die Wurst. Schon am drittletzten Spieltag kann der Spitzenreiter die Meisterschaft mit einem Sieg gegen den TV Aldekerk perfekt machen.

Der TVA würde seinen Vorsprung auf den direkten Verfolger auf stattliche fünf Zähler ausbauen. Die Meisterschaft wäre den Walsumerinnen dann nicht mehr zu nehmen.

"Wir haben in der letzten Woche trainingsfrei gehabt und die Tage genutzt um kleinere Blessuren auszukurieren. In dieser Woche haben wir dann noch einmal voll angegriffen", spricht Trainerin Jutta Knorr über die Vorbereitung auf das "Endspiel". Wie es beim TVA im Erfolgsfall weitergeht, steht noch in den Sternen. Ausgiebig wurde in Fachkreisen bereits über folgenschwere Probleme eines Aufstiegs diskutiert. Sowohl finanziell als auch organisatorisch würde die Dritte Liga wohl einen Kraftakt darstellen, der die Möglichkeiten des Walsumer Traditionsvereins weit übertrifft. Und trotzdem ist die Zielvorgabe beim Tabellenführer klar: "Wir wollen die Meisterschaft holen und würden dann auch die Lizenz für die Dritte Liga beantragen", erklärt Frauenwart Martin Schulz und widerspricht damit aufkommenden Gerüchte, die besagen, dass der Aufstieg für den TVA kein Thema sei.

Gleichwohl ist man sich in Walsum der Tatsache bewusst, dass es ein kleines Wunder bräuchte, damit der Deutsche Handball-Bund den Lizenzantrag für die Dritte Liga annimmt: "Vor allem der finanzielle Aspekt ist für uns kaum zu erfüllen", erklärt Schulz.

In der Tat scheint es mehr als nur fragwürdig, wie ein Verein wie der TVA den riesigen Sprung bewerkstelligen soll. "Es fängt mit kleinen Dingen, wie einer WLAN-Internetverbindung in der Sporthalle an und geht bis hin zu Bankbürgschaften. Dazu kommt, dass man natürlich auch in den Kader investieren müsste", weiß Schulz und kritisiert weiter: "Ich denke, man sollte eventuell anprangern, dass man durch die Reformierung der Dritten Liga vor allem im Damenbereich kleinere Vereine zu stark belastet. Der Sprung zwischen der Oberliga und der Dritten Liga ist einfach zu groß." Immerhin: Für den Fall, dass der TVA den Anforderungen nicht gerecht werden kann, gibt es eine Zusage vom Handball-Verband Niederrhein, dass man auch in der kommenden Saison in der Oberliga starten dürfte.

Unterdessen gibt es personell einige Neuigkeiten: Aus dem aktuellen Kader werden Ramona Kugler-Höing und Kerstin Höing in den Trainerstab überwechseln. Wahrscheinlich ist außerdem, dass Karin Rauschtenberger ihre Handballschuhe an den Nagel hängt. Verstärkt wird der Kader durch Rückkehrerin Tanja Ludwig (VfL Rheinhausen) und den beiden Talenten Alina Grijseels (TV Aldekerk) und Jana Kühnel (GSG Duisburg), die ein Doppelspielrecht erhalten. Außerdem steht Inga Hölscher (ebenfalls GSG) auf dem Wunschzettel und wird künftig für den TVA auflaufen.

(tob)