Triathlet Sven Wies peilt Wechsel ins Profilager an

Triathlon : Sven Wies wagt im kommenden Jahr den nächsten Schritt

Duisburgs Sportler des Jahres will versuchen, eine Laufbahn als Profi einzuschlagen. Der Gradmesser ist erneut der Ironman auf Hawaii.

Duisburgs Sportler des Jahres geht aufs Ganze. Am vergangenen Freitag wurde Sven Wies für seine Leistungen als Triathlet im Theater am Marientor geehrt – Leistungen, die er als reiner Amateur vollbracht hat. Nun wagt der 32-Jährige, früher Kapitän bei den Bundesliga-Wasserballern des Duisburger SV 98, den nächsten Schritt. „Ich werde versuchen, die Lücke zu den Profis zu schließen und deshalb für ein Jahr mit meinem Beruf pausieren“, sagt Wies, derzeit noch Geschäftsstellenleiter bei den Handballern der SG Ratingen 2011. Danach soll dann klar sein, ob er eine Karriere als Triathlon-Vollprofi einschlägt.

Jan Frodeno dient als gutes Vorbild für Sven Wies. Der Kölner, Olympiasieger von 2008 und Deutscher Meister 2017, ist immerhin schon 38 Jahre alt – und hat unlängst die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gewonnen. Als Profi, versteht sich. „Man kann sicher bis in die frühen 40-er diesen Sport betreiben“, sagt Sven Wies, natürlich einschränkend: „Wenn der Körper dabei mitmacht.“

Der hat bis jetzt bei ihm keine merklichen Gegenreaktionen produziert, aber es wird sich eben zeigen müssen, wie die Konstitution reagiert, wenn die Belastung erhöht wird. Das ist ja der Zweck der Übung: Die „Ablenkung“ durch den Beruf soll durch mehr Training ersetzt werden. Mehr Regeneration gehört naturgemäß auch dazu.

Sicher, er hätte auch so weitermachen können wie bisher. Als Amateur mit respektablen Ergebnissen, aber eben nicht ganz an der Spitze. „Ich will mir nicht im späteren Leben die Frage stellen müssen, ob es nicht vielleicht doch gereicht hätte“, so Wies. Also fasste er all seinen Mut zusammen, kalkulierte den selbstverständlich auch zu leistenden finanziellen Aufwand durch und teilte schließlich seinem Arbeitgeber mit, dass sich die Wege zum Ende des Jahres zumindest vorübergehend trennen. „Dort hat man sehr positiv reagiert“, sagt er. „Alle haben sich sehr für mich gefreut. Und wenn es aus irgendwelchen Gründen mit dem Schritt zum Profi nicht klappen sollte, stehen mir alle Türen offen.“

Dadurch, dass die berufliche Einbindung gerade an den Wochenenden wegfällt, wird Sven Wies künftig auch freier in der Wahl seiner Wettkämpfe sein. Auch dies soll helfen, das kommende Jahr so zu gestalten, dass an dessen Ende eine valide Beurteilung möglich ist, ob sich der Wechsel zu den Profis lohnt. „Gerade in einer solchen Ausdauersportart kann jetzt noch niemand eine Prognose stellen, wie das laufen wird“, sagt er. Mit seinem Trainer Sven Imhoff will Sven Wies einen Plan ausarbeiten, wie er sein Ziel am besten erreichen kann.

Der Gradmesser für eine erfolgreiche Profi-Laufbahn ist natürlich einmal mehr der Ironman auf Hawaii. 47 Männer waren dort in diesem Jahr schneller im Ziel als Sven Wies. Diese Zahl soll bald bedeutend geringer ausfallen.

(T.K.)