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Erneuter Fußball-Eklat?: Trainer soll Schiedsrichter attackiert haben

Erneuter Fußball-Eklat? : Trainer soll Schiedsrichter attackiert haben

Am Wochenende soll es erneut zu einem Zwischenfall bei einem Fußballspiel gekommen sein: Laut Spielbericht wurde der Schiedsrichter bei der Partie zwischen dem Duisburger FV 08 und DSV 1900 von dem Trainer der Auswärtsmannschaft attackiert. Der betroffene Verein schildert eine andere Version.

Das Spitzenspiel bei den C-Junioren in der Leistungsklasse Kreis Duisburg, Mülheim und Dinslaken: Es steht 1:2 für die Auswärtsmannschaft DSV 1900, seines Zeichens Tabellendritter. Zwei Minuten vor Schluss entscheidet der Schiedsrichter, Orhan Yildirim, jedoch auf Strafstoß — für den Klassenprimus DFV 08.

Laut Pressebericht veranlasste das den Trainer des DSV auf den Platz zu laufen und den Schiedsrichter zu bedrohen. Auch von weiteren Anwesenden wurde gepöbelt, Duisburg 08 habe wohl kein Geld für ordentliche Duschen weil man das Geld brauche um den Schiedsrichter zu bestechen und der Heimatverein wurde als "Türkenverein" beschimpft.

Die Situation wurde zunächst beruhigt und die Heimmannschaft verwandelte den fälligen Elfmeter. Nach dem Schlusspfiff ging es dann aber weiter: Der Unparteiische musste mit der 08-Mannschaft als Geleitschutz den Platz verlassen und versteckte sich mehrere Stunden im Klubhaus. Auch die Polizei wurde hinzugezogen.

"Schiedsrichter vollkommen überfordert"

Während der offizielle Spielbericht die Version der Heimmannschaft ausnahmslos bestätigt, weist der DSV die Schuld von sich. "Der Schiedsrichter war vollkommen überfordert und war vielleicht ein bis zwei Jahre älter als die Fußballer. Außerdem wurden die "Tumulte" am Ende des Spiels vollkommen missverstanden", erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Erwin Roßmüller.

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Thomas Brag, Erster Vorsitzender des Vereins, war vor Ort und nimmt seinen Trainer auch in Schutz: "Unser Coach hat in keinster Weise den Schiedsrichter attackiert. Nachdem der Unparteiische selbst Tätlichkeiten an unseren Spielern übersehen hat und letztlich einen unberechtigten Elfmeter kurz vor Schluss gegen uns gepfiffen hat, ist zwar der Trainer auf den Platz gelaufen. Handgreiflich ist er aber nicht geworden". Er habe lediglich gefragt, warum der Schiedsrichter das Spiel verpfeifen würde, so Brag.

Der Vorsitzende glaubt derweil, dass der Grund für die Beschuldigungen in der erfolgreichen Vereinsstruktur des DSV liegt: "Wir haben ein gutes Konzept während viele Fußballklubs mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben. Da ist man natürlich enttäuscht".

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(EW/top)