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Leichtathletik: Stadtsportbund streicht Siegesprämie

Leichtathletik : Stadtsportbund streicht Siegesprämie

Am Sonntag werden etwa 7000 Starter am Rhein-Ruhr-Marathon teilnehmen. Der Sieger wird dieses Mal leer ausgehen.

Der eine schuftet. Der andere legt die Beine hoch. Karsten Kruck, der beim 31. Rhein-Ruhr-Marathon morgen zum Kreis der Favoriten zählt, ist seit gestern mit der Laufmesse im Business-Bereich der Schauinsland-Reisen-Arena beschäftigt. Derweil entspannt sich Magnus Kreth und spricht schmunzelnd von einem "unfairen Heimvorteil". Der 37-Jährige will ab 9.30 Uhr von der Kruppstraße im Sportpark aus zu seinem fünften Sieg in Duisburg starten. Siegessicher fühlt sich Kreth keineswegs: "Es kann so viel passieren auf den 42,195 Kilometern, dass sich Vorhersagen nur schlecht machen lassen." Seine Taktik: Die ersten 25 Kilometer mit der Spitzengruppe laufen und dann schauen, was geht.

Es kann sogar noch viel vor dem ersten Schritt passieren. So wie 2011 und 2012, als urplötzlich jeweils ein starker Afrikaner nachmeldete, um wie im Training die kleine Siegprämie von 500 Euro abzugreifen. Prompt hat der Stadtsportbund, der gemeinsam mit dem LC Duisburg das Rennen ausrichtet, diese Belohnung gestrichen. "Wir wollen, dass bei uns der Sieger nicht nur wegen Euros ganz nach vorn läuft, sondern weil er unser Rennen wirklich gewinnen will", sagt Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbunds, über die "Sparmaßnahme". Das hat sich herumgesprochen. Bis gestern lag keine Meldung eines Überraschungskandidaten vor.

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Der Gewinner erhält nun neben dem Pokal ein Paar Laufschuhe. Das nun wieder wird Karsten Kruck kaum motivieren. Er ist Eigentümer eines Geschäfts, das eben solche Schuhe verkauft. Und nach dem Wochenende auf der Messe wird er vermutlich diese Art von den Sportgeräten mit Sohlen nur mit Erinnerung an die Plackerei anschauen. Für Magnus Kreth besteht also die beste Chance, seinen Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen. An seine Bestzeit in Duisburg von 2:28 Stunden wird er aber vermutlich nicht herangekommen. Beruf und Familie engen die Trainingskreise ein. Nur so 150 Kilometer in der Woche kann der Mann vom ASV laufen. Früher waren es mal über 200 Kilometer.

Mit einer Siegzeit über 2:30 Stunden ist zu rechnen. Wer den besten Mann bei der 31. Auflage des Klassikers feiern will, sollte gegen 12 Uhr im Stadion sein. Der Eintritt ist frei und der Jubel von den Helden der Langstrecke gern genommen. Nicht viel später darf dann die schnellste Frau die Arme in die Höhe reißen. Sandra Klein, die Dritte bei den Deutschen Meisterschaften, von der SG Wenden kann eine Bestzeit von 2:46,50 vorweisen. Auch sie hatte übrigens beim Stadtsportbund nachgefragt, ob es vielleicht eine Siegprämie gibt. Ihren Start machte sie davon aber keineswegs abhängig. Sie will einfach nur wissen, ob es wirklich so viel Spaß macht über Rhein und Ruhr zu laufen, wie alle immer sagen.

Dass sich das nicht nur im Sauerland herumgesprochen hat, darauf hoffen die Verantwortlichen. Etwa 7000 Läuferinnen und Läufer erhofft man sich in den unterschiedlichen Disziplinen. Handbiker rollen mit Tempo 40 durch die Stadt, Inliner spurten über die Strecke, der Halbmarathon ist im Angebot, die Staffeln und dann eben der Hauptlauf über die 42,195 Kilometer. Nachmeldungen sind bis eine Stunde vor dem jeweiligen Start möglich.

Deshalb checkt Uwe Busch ziemlich regelmäßig den Wetterbericht. Verspricht der morgige Tag nicht zu warm und ohne Regen zu bleiben - und das tut er derzeit - dann entschließen sich vor allem Halbmarathon-Läufer zu einer Rundreise durch Duisburg. Diese halbe Strecke hat sich in diesem Jahr Karl Pavanen vorgenommen. Inzwischen über 88 Jahre alt, will er sich den ganzen Marathon nicht mehr antun. Schon im letzten Jahr durfte der älteste Mann auf der Strecke abkürzen. Gesundheit geht vor Ehrgeiz. Übrigens hat Karl Pavanen immer eine "Verpflegungsstation" dabei. Sein französischer Freund Michel Descombes, der ihn auf Schritt und Tritt begleitet, nimmt immer ein Baguette mit. Und dann sei hier noch der Rheinhauser Wolfgang Ettwig erwähnt. Als einziger Läufer war er bei bislang allen 30 Duisburg-Marathons dabei. Für morgen hat er wieder gemeldet. Das nennt man mal Ausdauer.

Weil die Organisatoren darum gebeten haben, noch ein Hinweis: Der beste Weg zum Start führt über die A59, Ausfahrt Duisburg-Wedau. Das sagt Uwe Busch. Trotz der Sperrung der Nord-Süd-Achse zwischen den Autobahnkreuzen Hamborn und Mitte. Wer über die A3 zum Sportpark fährt, kann den Parkplatz auf der Masurenallee nutzen.

(RP)