SSB will mit Stadt Duisburg über neuen Sport-Pakt verhandeln

Sportpolitik : SSB will besseren Sport-Pakt aushandeln

Zum Jahresbeginn sollen die Gespräche mit der Stadt beginnen. Der Vorstand des Stadtsportbundes stellt sich erneut zur Wahl. Eine neue Multifunktionshalle, womöglich auf dem Güterbahnhofsgelände, bleibt ein Thema.

Als die Bilanzpressekonferenz des Stadtsportbundes (SSB) für das Jahr 2018 begann, gab es die wichtigste Neuigkeit gleich vorweg. Wenn der Verband Duisburger Sportvereine am 4. April 2019 zur Mitgliederversammlung bittet, wird der Vorstand geschlossen für drei weitere Jahre kandidieren. Heißt: Rainer Bischoff als Vorsitzender sowie Hans-Joachim Gossow, Susanne Hering und Karl-Heinz Dinter als Stellvertreter wollen weitermachen. Die Aufgaben, die vor dem SSB und seinen Mitarbeitern liegen, lassen Kontinuität sinnvoll erscheinen. Denn Duisburgers oberste Sportler wollen mit der Stadt Duisburg einen neuen „Pakt für den Sport“ aushandeln.

Der aktuelle Pakt läuft noch bis 2021. „Aber auch auf Seiten der Stadt ist man der Meinung, dass wir mit Jahresbeginn in die Gespräche einsteigen sollten“, sagte Bischoff. Die aktuelle Vereinbarung hatte dafür gesorgt, „dass alle Sparmaßnahmen am Sport vorbeigelaufen sind und wir den Status quo erhalten konnten“, so Bischoff. Geht es nach dem SSB soll der neue Sportpakt mehr bieten – nicht nur den Erhalt, sondern die Förderung und perspektivische Entwicklung.

Da passt es, dass der SSB ein Konzept zur Förderung des Leistungssports entwickelt hat. „Es geht uns dabei nicht darum, mit der Gießkanne durch die Stadt zu laufen“, sagte SSB-Geschäftsführer Uwe Busch. Heißt: Es soll nicht überall ein bisschen, sondern gezielt gefördert werden. „Wir haben uns umgeschaut, wo auf lange Sicht nach Leistungssportprinzipien gearbeitet wird und wo das auch traditionell der Fall ist.“

Ausgemacht hat der SSB dabei die Hockey-Damen des Club Raffelberg, die Wasserballer des ASC Duisburg, die Judoka des PSV Duisburg sowie die Kanuten von Bertasee und vom WSV Niederrhein. Perspektivisch gehören auch die Fußballerinnen des MSV sowie der männliche Handballsport zu diesem elitären Kreis. „Wir werden uns das immer wieder ansehen und auch Korrekturen vornehmen“, sieht Busch darin kein starres Konstrukt.

Als Ziel nannte Bischoff eine jährliche Gesamtfördersumme von 200.000 Euro. Bislang hat man durch die Sparkasse, Volksbank und einen weiteren Betrieb mehr als 30.000 Euro eingesammelt. Als Förderzeitraum schwebt dem SSB der olympische Zyklus vor. „Gabriela Grillo hat uns da einige Türen geöffnet. Auch Olympiasieger Oskar Deecke sitzt mit im Boot“, sagt Bischoff über den Hockey-Nationalspieler, der aktuell für Thyssen-Krupp arbeitet und 2012 Olympiasieger wurde. Teil des Förderkonzepts ist auch die Unterstützung einer Dualen Karriere – mit Hilfe der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer und der Universität. Neben der gezielten Unterstützung soll es stadtweit im zweiten Schuljahr einen Mobilitätstest für alle Schüler geben, um Sporttalente früh zu entdecken.

Ein Lieblingsprojekt des Stadtsportbundes ist eine neue, für den Sport geeignete Multifunktionsarena. Hier soll es eine erneute Machbarkeitsstudie geben – auch mit der Frage, welche Veranstaltungen es neben dem Sport geben kann. Ein sportlicher Ankermieter drängt sich aktuell kaum auf. „Aber man kann ja auch mal Clubs auf direktem Wege bekommen“, sagte Busch.

Als Standort kommt offenbar nun auch das Güterbahnhofsgelände infrage. Anfang des kommenden Jahres soll der Bauantrag für die neue Sporthalle des Steinbart-Gymnasiums gestellt werden, das bekanntlich zur NRW-Sportschule gehört. Auch die vom Land NRW in Aussicht gestellten 300 Millionen Euro zur Erneuerung von Sportstätten haben die Aufmerksamkeit des SSB gefunden.