Sebastian Haas von der RESG Walsum ist bei der Weltmeisterschaft dabei

Rollhockey : Sebastian Haas will zurück in den Kreis der Besten

Bundestrainer Tobias Wahlen hat den 23-Jährigen, der sein Teamkollege bei der RESG Walsum ist, für die Weltmeisterschaft in Spanien nominiert. Dort will die Nationalmannschaft die Rückkehr ins A-Feld schaffen.

Wenn Sebastian Haas über die World Roller Games spricht, ist seiner Stimme die Entschlossenheit anzumerken. „Wir wollen uns wieder mit den Besten der Welt messen“, sagt der Rollhockey-Nationalspieler, der in der Bundesliga nicht nur für die RESG Walsum aufläuft, sondern mit den Roten Teufeln fast schon verwachsen zu sein scheint. „Ich trage Rollschuhe, seit ich drei Jahre alt war.“ Der 23-Jährige wohnt im Walsum, keine fünf Autominuten von der Halle Beckersloh entfernt. Sein Onkel war Torhüter bei der RESG, seine Mutter spielte ebenfalls Rollhockey für Walsum, und sein Cousin Christopher Nusch ist der Spielertrainer des Bundesligisten. „Mein Vater war Judoka. Mir hat Rollhockey aber immer am meisten Spaß gemacht“, sagt Haas.

Auf den jungen Mann wartet sein zweites großes Turnier als Senior. „Als Junior habe ich an vier Europameisterschaften teilgenommen, aber zwei Weltmeisterschaften verpasst.“ Bei den Senioren war es anders herum. Vor zwei Jahren spielte er bei den World Roller Games in China erstmal bei einer Weltmeisterschaft, verpasste aber im vergangenen Jahr die EM. Und nach diesen beiden Turnieren hat die DRIV-Auswahl einiges zu richten.

In Nanjing stieg die deutsche Nationalmannschaft in den FIRS-Cup ab, der nun Intercontinental Cup heißt und letztlich die B-WM darstellt. 2018 sorgte Platz sieben bei der EM auch für keine Luftsprünge. Daraufhin trennte sich der Verband von Bundestrainer Jordi Molet; sein Nachfolger ist Tobias Wahlen, kurioserweise der Torhüter der RESG Walsum.

„Unser Ziel ist ganz klar der erste Platz in der Gruppe und damit das Erreichen der Ausscheidungsspiele um die Rückkehr ins Feld der besten Acht“, sagt Haas. Gelingt dies, können die Deutschen gleich ins WM-Viertelfinale einsteigen. Dass Deutschland WM-Vierter wurde, ist noch nicht so lange her – das gelang 2015 in Frankreich.

Zum zweiten Mal ist die WM in die World Roller Games eingebettet, die vom 4. bis zum 14. Juli in Barcelona stattfinden.„Das ist so etwas wie die Olympischen Spiele für die Rollsportarten“, sagt Haas. Da die „Ochsentour“ durch den Intercontinental Cup nötig ist, geht es aber erst einmal nach Sant Cugat. Dort trifft die DRIV-Mannschaft am Sonntag, 7. Juli, um 10 Uhr auf Brasilien, am 8. Juli um 14 Uhr auf Australien sowie am 9. Juli um 10 Uhr auf die Schweiz. „Werden wir Erster und läuft in der WM-Gruppe alles wie erwartet, könnte unser Gegner in den Ausscheidungsspielen Kolumbien heißen“, sagt Haas. Gelingt der Wiederaufstieg, wechseln auch die Spielorte. Zunächst ginge es nach Vilanova; würde die Reise sportlich gesehen ganz weit gehen, wären Spiele im Palau Blaugrana, der großen Multifunktionsarena des FC Barcelona, möglich.

Rollhockey ist im Land des Rekordweltmeisters – Spanien gewann 17 Mal, Portugal 15 Mal – eine große Nummer. Volle Hallen, gute Stimmung, Übertragungen im Fernsehen. Das alles spornt an. „Weil wir in der Gruppe jeweils sehr früh spielen, werden wir uns auch andere Wettbewerbe anschauen können.“ Haas‘ Lieblingssportarten neben dem Rollhockey? „Skateboard, Speedskating – das ist sehr spektakulär. Aber auch Inlinehockey schauen wir uns an. Und natürlich feuern wir unsere Damen an.“ Dort ist mit Lisa Dobbratz ebenfalls eine Spielerin der RESG Walsum vertreten.

Sportlich geht Haas entschlossen und sehr positiv ins Turnier. Das gilt auch für die nächste Bundesliga-Saison. „Die vergangene Saison lief nicht gut. Wir sind durch die anfänglichen Niederlagen in einen Trott geraten, haben danach oft knapp und von den Umständen her unglücklich verloren“, sagt Haas. „Aber unser 9:2-Sieg im zweiten Spiel des Viertelfinals hat gezeigt, was möglich ist.“ Zudem kann er sich nun wieder ganz dem Rollhockey widmen. Seine Ausbildung zum Industriekaufmann hat er erfolgreich abgeschlossen. Die richtige Zeit also, sich große Ziele zu setzen.

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