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Handball: Schwierige Zeiten für die OSC Löwen

Handball : Schwierige Zeiten für die OSC Löwen

Die gestrige 24:27-Heimniederlage gegen die HSG Varel wurde überschattet von Kevin-Christopher Brürens Verletzung.

In der 59. Minute des Drittliga-Heimspiels der SG OSC Löwen Duisburg gegen die HSG Varel überschlugen sich gestern Abend in der Sporthalle an der Krefelder Straße die Ereignisse. Genau 90 Sekunden vor dem Ende der Partie kam es für die OSC Löwen knüppeldick. Beim Stand von 24:26 verletzte sich Kevin-Christopher Brüren in der Rückwärtsbewegung schwer. Der Rückraumspieler prallte mit dem linken Knie gegen das Knie eines Gegenspielers, sackte schmerzverzerrt zu Boden, musste noch auf dem Feld minutenlang behandelt werden, ehe er gestützt von Teammanager Mirko Bernau und einem Sanitäter in einen Nebenraum der Sporthalle transportiert wurde. "Ich bin kein Arzt. Aber das sah sehr schmerzhaft aus. Wenn man Kevin kennt, weiß man, dass er große Schmerzen gehabt haben muss. Vieles deutet auf seine Bänder im Knie hin", meinte SG-Geschäftsführer Klaus Schuppert nach dem Spiel. Zu diesem Zeitpunkt ging es für Brüren gerade Richtung Krankenhaus.

Kurioserweise sprach das äußerst unglücklich agierende Schiedsrichtergespann in derselben Situation eine Zweiminutenstrafe gegen die OSC Löwen und einen Siebenmeter für die HSG Varel aus. Die Gäste verwandelten den Siebenmeter und sorgten damit für Entscheidung. Varel gewann mit 27:24 (12:12). Einige Anhänger der OSC Löwen hatte die Entscheidung der Unparteiischen so sehr verärgert, dass sie ihre Meinung von der Tribüne lautstark kundtaten. Außenspieler Marcel Wernicke musste die eigenen Fans beruhigen. In den Minuten zuvor hatten die Schiedsrichter bereits mehrfach unglücklich agiert, was vor allem das Spiel der OSC Löwen negativ beeinflusste. Trainer Jörg Förderer haderte: "In den letzten 13 bis 14 Spielminuten treffen die Schiedsrichter sechs krasse Entscheidungen gegen uns." Als Ausrede wollte der Übungsleiter die schwache Schiedsrichterleistung jedoch nicht durchgehen lassen: "Daran lag es nicht, dass wir hier heute verloren haben. Uns hat irgendwie der letzte Kick gefehlt. Wir haben unsere Überzahlsituationen nicht konsequent ausgenutzt."

Lange war die Partie ausgeglichen. Mit einer 17:15-Führung im Rücken boten sich den OSC Löwen nach 38 Minuten mehrfach Möglichkeiten, sich abzusetzen. Doch das gelang nicht. Stattdessen kämpfte sich die HSG Varel zurück in die Partie und konnte diese letztlich noch zu ihren Gunsten drehen.

Besonders schwer wiegt der Ausfall Brürens weil sich kürzlich bereits Matthias Reckzeh (Bruch der Kniescheibe) und Robin Flemmig (Brustbeinbruch) schwer verletzten. Flemmig tat dies, wie berichtet, als er in der Verbandsligamannschaft aushalf und dort angeblich bewusst verletzt wurde, woraufhin Schuppert Anzeige gegen Spieler und Trainer des Gegners, TV Krefeld-Oppum, stellte. Schuppert sagte gestern zum aktuellen Stand der Dinge: "Das Verfahren läuft. Die Staatsanwaltschaft wird vier Zeugen einbestellen, auf die wir unsere Vorwürfe stützen. Drei Zeugen für das vom Trainer im Vorfeld Gesagte und einen Zeugen für die Tat selbst. Bei der Beweislage denke ich, dass unsere Chancen gut stehen."

Tore OSC: Backhaus (4), Artmann (3), Heimansfeld (1), Wernicke (6), Hanschke (3), Ginters (1), Brüren (4), Förderer (2).

(tob)