Fußball: Schneider ist der neue Herr

Fußball: Schneider ist der neue Herr

Die Fußballer von Hamborn 07 haben einen neuen Vorsitzenden. Ernst Schneider steht künftig an der Spitze und möchte mit kompetenten Vorstandskollegen dafür sorgen, dass die „Löwen“ endlich ihr Potential ausschöpfen.

„Ich bin mir ganz sicher. Wir kommen wieder da hin, wo wir einmal waren.“ Ziemlich am Ende einer Jahreshauptversammlung mit richtungsweisendem Charakter fand Kurt Weitauer, Urgestein von Hamborn 07, am Montag Abend die passenden Worte. Im „Löwen“-Lager herrscht Aufbruchstimmung nach Jahren der sportlichen Dürre, und die kommt nicht von ungefähr. Die Weichen für bessere Zeiten jedenfalls sind gestellt. Einstimmig wählten die anwesenden Mitglieder den neuen Vorstand, der reichlich Kompetenz vereint und für eine bessere Zukunft stehen soll.

An der Spitze steht künftig Ernst Schneider. Mit dem seit heute 50-Jährigen verbinden die 07-Fans die „goldenen“ Jahre ihres Vereins. Einst gefürchtet als Torjäger, nun geschätzt als Persönlichkeit – „Ernesto“ ist prädestiniert für den Vorsitz des Traditionsvereins. Nicht nur, weil „mein Herz an Hamborn 07 hängt“, wie Schneider in seiner launigen „Antrittsrede“ bekundete. „Ernst ist die beste Wahl“, stellte Hans Herr fest, der nach viereinhalb Jahren als erster Vorsitzender das Zepter an seinen Freund und Geschäftspartner – Herr und Schneider sind Inhaber von „H & S Autoteile“ – übergab und sich merklich erleichtert zeigte: „Für mich war wichtig, dass unser Verein nach diesem sportlich schlimmen Jahr gut aufgestellt ist. Das ist nun der Fall.“ Herr selbst möchte nach einer kräftezehrenden Amtszeit, in der der Erfolg bei den Senioren ausblieb, er die „Löwen“ mit vorbildlichem Engagement aber wieder ins (finanziell) ruhige Fahrwasser brachte, in Zukunft kürzer treten.

Martin Linne neu im Boot

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Ob ihm dies gelingt, scheint aber eher unwahrscheinlich. Denn dem Vorstand bleibt der 43-Jährige erhalten. Als stellvertretender Vorsitzender. Diesen Posten teilt er sich künftig mit Martin Linne (46). Der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanagement der Stadt Duisburg ist neu im Boot, „weil ich mithelfen möchte, die stabilisierende Arbeit fortzuführen.“ Die weitreichenden Kontakte Linnes können goldwert sein. Ganz oben auf der Agenda steht nämlich die Installation eines Wirtschaftsrates, der eigens in der geänderten Satzung verankert wurde. „Wir möchten damit erreichen, frühzeitig für die jeweils nächste Saison planen zu können“, erklärt Ernst Schneider, der sich auch weiterhin auf Jörg Hessing verlassen kann. Der Geschäftsführer leistet im Hintergrund ungemein wichtige Arbeit. Komplettiert wird der Hamborner Vorstand von Erich Grüter, der im Verein schon „so ziemlich jedes Amt inne hatte“ und nun Kassierer ist.

Abstieg wiegt schwer

Wenig Schatten, dafür aber viel Licht gab‘s beim Rückblick auf das vergangene Jahr. Schwer wiegt der Abstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga. „Das ist das Schlimmste, was einem Verein im Jahr des 100-jährigen Bestehens passieren kann“, so Hans Herr, der klare Worte fand: „Der Abstieg in dieser Form war beschämend, zum Schluss war das bei einigen Spielern Arbeitsverweigerung.“ Behutsam soll unter dem neuen Trainer Siegfried Sonntag nun das „Projekt Wiederaufstieg“ in Angriff genommen werden. „Zunächst ist es unser Ziel, im Vorderfeld der Landesliga Fuß zu fassen“, so Herr, der freudig mitteilen konnte, dass seine 07er in 2006 ein sattes Plus von 40762,86 Euro erwirtschaftet haben. Auch das Abschneiden der zweiten Mannschaft (Dritter in der Kreisliga A) fand lobend Erwähnung. Sehr zufrieden stimmt die Entwicklung in der Jugend-Abteilung. Beinah alle Mannschaften spielten in ihren Klassen eine gute Rolle, der größte Erfolg gelang der C-Jugend mit der Vize-Meisterschaft in der Niederrheinliga. 2007/08 werden aller Voraussicht nach 17 Teams ins Rennen geschickt.

(RP)
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