Lokalsport: Schlieter macht sich keine Sorgen ums Team

Lokalsport : Schlieter macht sich keine Sorgen ums Team

Der Kapitän des VfB Homberg geht in der Winterpause von Bord, um Beruf und Privatleben den Vorzug zu geben.

Gegen den VfB Hilden schloss sich beim VfB Homberg ein Kreis. Die erste Partie der Saison war ein Abschiedsspiel von Sunay Acar - im letzten Spiel des Jahres gab der VfB Homberg nun den Abschied von Thomas Schlieter bekannt. Innerhalb von vier Monaten hingen zwei Leitwölfe der Gelb-Schwarzen die Fußballschuhe - zumindest in der Oberliga - an den Nagel. "Sie waren die Köpfe der Aufstiegsmannschaft", sagt Stefan Janßen, "sie waren die Lok, die den Zug gezogen hat."

Mit dem Kapitän, der seit 2013 die Schuhe für den VfB geschnürt hat, verliert das Team "einen großen Spieler", wie der Trainer sagt - und damit nicht die 1,92 Meter des Abwehrrecken meint. "Er ist mir als Gegenspieler schon angenehm aufgefallen, und es war mir eine große Freude, für eineinhalb Jahre sein Trainer sein zu dürfen. Spieler wie Thorsten Kogel und Colin Schmitt haben sich in seinem Schatten entwickelt. Ich habe großen Respekt vor dem Spieler und dem Menschen Thomas Schlieter." Dass der 35-Jährige den Entschluss gefasst hat, aus beruflichen und familiären Gründen kürzerzutreten, kann Janßen nachvollziehen. "Das ist schade, aber auch schön. Schön für Tommy, aufzuhören zu können, solange er noch fit ist."

Schlieter selbst, der 82 Spiele für Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga bestritt, bedauert den Abgang von seinem letzten Verein. "Das ist natürlich sehr schade", sagt er, "aber beruflich klappt es nicht mehr, und auch mein fünfjähriger Sohn braucht meine Aufmerksamkeit. Teilweise bin ich gerade mal eine halbe Stunde zu Hause", erklärt der Verteidiger. "Aber ich bin auch nicht aus der Welt. Die Jungs haben ja meine Nummer", zwinkert Schlieter. Zumal er im Notfall als Standby-Spieler für die Kreisliga-Reserve bereitstehen würde, kehrt Schlieter dem Rheindeich auch nicht komplett den Rücken zu: "Ich halte mich an meine Zusagen, aber das Ganze soll ohne Bindung ablaufen. Wenn meine Frau sagt, es geht nicht, dann geht's nicht."

Um seine Kameraden macht sich "Air" Schlieter "überhaupt keine Sorgen", wie er sagt. "Ich habe ja allein acht Wochen verletzt gefehlt, und die Jungs haben es super gemacht. Wir haben einen tollen Teamgeist und auch sehr gute Einzelspieler. Das ist schon ein hohes Niveau. Die Ballsicherheit, die wir zeigen, habe ich lange nicht gesehen. Das ist neu in Homberg und hat sich in den letzten eineinhalb Jahren entwickelt", gibt Schlieter indirekt auch das Lob an Coach Janßen zurück. "Ich habe eine ruhige Saison beim VfB erlebt, eine katastrophale und dann eine Super-Saison mit dem Highlight gegen den FSV am letzten Spieltag und dem Aufstieg", blickt Schlieter zurück. "In dieser Saison war es am Anfang Aufsteiger gegen Abstieg, mit der Negativserie von fünf Niederlagen in Folge, bei der wir uns natürlich unsere Gedanken gemacht haben. Der Trainer hat gesagt, es geht immer weiter. Und jetzt sind wir so konstant, dass ich mir überhaupt keine Sorgen mache. Wir haben eine gute junge Mannschaft. Und ich bin sicher, dass uns solch eine Serie wie in der Hinrunde nicht mehr passieren wird." Es muss immer weiter gehen, sagt Stefan Janßen auch jetzt. "Es werden neue Köpfe heranwachsen", sieht der Coach unter den jungen Spielern bereits jetzt einige Kandidaten, "die in diese Rolle hineinwachsen können."

Auch Frank Hildebrandt ist vom Weg des VfB überzeugt. "Unser Bestreben ist es, unser junges Team zusammen zu halten", sagt der Sportliche Leiter und freut sich daher besonders über die frühzeitigen Vertragsverlängerungen von Philipp Gutkowski, Dennis Wibbe, Colin Schmitt und Torsten Kogel.

"Weitere Verlängerungen werden im Januar und Februar folgen. Mit Patrick Dertwinkel und Adnan Laroshi sind zwei junge Spieler aus der näheren Region dazu gekommen. Mit dem Weg, auf junge, talentierte und hungrige Spieler zu setzen, haben wir in den letzten eineinhalb Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen. Und diesen Weg wollen wir weitergehen."

Doch nun ist auch für die Homberger erst einmal Pause angesagt. Und in die können sie "erhobenen Hauptes gehen", wie Stefan Janßen sagt. "Wir können voller Stolz auf unsere bisherigen 19 Spiele zurückblicken."

(RP)