Schiedsrichter Fabian Spitzer in der Fußball-Oberliga

Fussball : Steile Schiedsrichter-Karriere: Fabian  Spitzer steigt in die Oberliga auf

Der 22-jährige Unparteiische aus Duisburg ist erst seit sieben Jahren dabei und gehört bereits zum Perspektivkader. Er leitet in der kommenden Saison Spiele in der fünfthöchsten Klasse und wird in der Junioren-Bundesliga als Linienrichter im Einsatz sein.

Mit dem Video-Beweis mag sich Fabian Spitzer nicht anfreunden. „Die Idee ist sicherlich gut“, sagt der 22-Jährige. „Aber mit der Umsetzung hapert es manchmal doch noch gewaltig.“ Trifft sich ja gut, dass der junge Student aus dem Duisburger Westen derzeit noch nicht auf Hinweise aus einem Keller und anschließendem Blick auf den Bildschirm angewiesen ist, um seine Entscheidungen zu treffen. Spitzer ist Schiedsrichter, und obendrein noch ein ziemlich guter. Ab der neuen Spielzeit wird der Homberger erstmals in der Oberliga, der fünfthöchsten Spielklasse, pfeifen. Dazu wird er künftig auch als Assistent an der Linie bei Begegnungen der Junioren-Bundesligen zu sehen sein.

Das kann man eine steile Karriere nennen. Für einen Unparteiischen, der selbst erst seit sieben Jahren auf dem Feld steht und der bei seinem allerersten Einsatz während eines Nachwuchsspiels im Winter beim OSC Rheinhausen mit dünnem Hemd und kurzen Ärmeln fürchterlich fror und noch mehr aufgeregt war. „Die ersten Einsätze und das erste Jahr sind für die meisten wohl die schlimmste Zeit“, sagt Spitzer. Aber er hielt durch und blieb als einer von wenigen aus seinem damaligen Lehrgang bei der Stange respektive der Pfeife. „Wir haben zu zwölft angefangen, davon sind bis heute nur zwei weitere übrig geblieben.“

Für den damals noch schmächtigen, heute aber auf respektable 1,95 Meter hoch geschossenen Nachwuchs-Spielleiter ging es in rasantem Tempo weiter. Es folgten schon früh weitere Sichtungen seitens des Verbands, der ihn inzwischen in seinen Perspektivkader aufgenommen hat. Da steht er jetzt „unter Beobachtung“, ob es irgendwann vielleicht sogar noch höher auf der Schiedsrichter-Leiter gehen könnte. „Was später noch kommt, nehme ich gerne mit“, so Spitzer. „Jetzt konzentriere ich mich aber erst einmal auf die Oberliga, alles weitere wird sich dann schon zeigen.“ Den Stolz, dieses hohe Level mit jungen Jahren schon erreicht zu haben, sieht man ihm an. „Das schaffen nur wenige“, sagt er selbstbewusst. Stimmt, denn im Moerser Fußball-Kreis darf allein der sechs Jahre ältere Lüttinger Florian Heien als Schiedsrichter in der Regionalliga Spiele in einer noch höheren Klasse leiten.

Fußballpartien zu pfeifen, ist für Spitzer die eine Sache, sein Wissen und seine Ratschläge an den Nachwuchs weiterzugeben die andere. Der 22-Jährige, der von sich selbst behauptet, dass ihm das Talent zum Kicken fehlt und der deshalb nie als Spieler auf dem Platz stand, nimmt im Moerser Schiedsrichterausschuss die Position des Referenten der Junioren-Schiedsrichter ein. Da geht es nicht nur darum, die Ansetzungen der Spielleiter bei den Begegnungen der C- und D-Junioren zu koordinieren, sondern sich verstärkt um neue Talente an der Pfeife zu bemühen.

Spitzer ist dabei, wenn im Herbst in der Moerser Geschäftsstelle der nächste Anwärterlehrgang stattfindet. „Wir sind in Moers in einer guten Position“, sagt er und nennt Zahlen. Von den rund 150 Unparteiischen des Kreises sind 40 Referees unter 18 Jahre alt. „Andere Kreise sind da schlechter aufgestellt. Bei uns werden sämtliche Spiele in den Leistungsklassen der A- bis D-Junioren besetzt.“ Aber es könnte auch noch besser laufen. „Unser Ziel ist ein größerer Pool junger Schiedsrichter. Wir suchen immer neue Talente, die Interesse daran haben, Fußballspiele zu leiten“, sagt er.

Wem das noch als eine zu hohe Bürde erscheint, dem macht Spitzer Mut. „Jeder junge Schiedsrichter bekommt in den ersten Partien, die er leitet, auf dem Spielfeld einen Paten an die Seite gestellt.“ Der greift zwar nicht ins Spiel ein, bestärkt den Nachwuchs aber bei seinen Entscheidungen, macht ihn auf Fehler aufmerksam und hält immer einen guten Ratschlag bereit. Den gibt’s obendrein auch noch von Spitzer. „Fehler können passieren, auch noch nach Jahren“, sagt er. „Aber man darf deshalb nicht zu schnell den Kopf in den Sand stecken.“ Wer dabei sein möchte, der sollte sich direkt an ihn wenden. Dafür reicht eine E-Mail an fabianspitzer96@gmx.de.