Sportpolitik: Scania-Arena: Stadtsportbund verärgert über Nutzung

Sportpolitik : Scania-Arena: Stadtsportbund verärgert über Nutzung

Der Stadtsportbund (SSB) hat gestern Bilanz für das laufende Jahr gezogen und einen Ausblick auf das kommende gewagt. Dabei wurde schnell klar – eine wenig erfreuliche Sache zieht sich wohl durch beide Jahre: Die Nutzung der Scania-Arena als reine Eishockeyspielstätte bleibt ein Ärgernis.

Der Stadtsportbund (SSB) hat gestern Bilanz für das laufende Jahr gezogen und einen Ausblick auf das kommende gewagt. Dabei wurde schnell klar — eine wenig erfreuliche Sache zieht sich wohl durch beide Jahre: Die Nutzung der Scania-Arena als reine Eishockeyspielstätte bleibt ein Ärgernis.

Natürlich hat der SSB nichts dagegen, dass die Füchse Duisburg hier ihre Oberliga-Heimspiele austragen. Dass es aber nicht möglich ist, in der großzügigen Halle andere Sportveranstaltungen auszurichten, stößt den Verantwortlichen sauer auf. Und das nicht erst seit diesem Jahr. "Wir würden gerne hochkarätige Veranstaltungen in Hallen machen, aber da herrscht seit zweieinhalb Jahren Stillstand", sagt SSB-Geschäftsführer Uwe Busch. Hintergrund: Aufgrund von Brandschutzbestimmungen dürfen lediglich 199 Besucher in die Halle — außer beim Eishockey, wo es schon mehr als 1000 Zuschauer sein dürfen. "In der Halle kann nur Eishockey gespielt werden. Das ist sicher ein Thema, das unerfreulich ist", sagt Busch.

Busch: "Da muss die Stadtspitze Druck machen"

"Das ist eine Hängepartie. Der Mehrzweckboden liegt seit zweieinhalb Jahren ungenutzt da. Die Halle wurde immer als Alternative für die Rhein-Ruhr-Hallen angepriesen, aber da wird seit zweieinhalb Jahren rumgedoktert. Es ist generell so, dass Sachen sehr, sehr lange dauern, wenn Immobilienmanagement und Brandschutz dabei sind. Da muss die Stadtspitze mal ein bisschen Druck machen", findet Busch, der als Beispiel für fehlgeschlagenes Management die Halle Beckersloh anführt, in der Rollhockey-Bundesligist RESG Walsum seine Heimspiele austrägt: "Dass in einer Halle, die im Bundesliga und europäischen Betrieb ist, keine Duschen zur Verfügung stehen, ist als Aushängeschild für Duisburg natürlich katastrophal."

Und Busch hat noch ein Beispiel für fehlendes Feingefühl im Hallen-Management: "Weil die Halle in den Weihnachtsferien, die diesmal sogar bis in die zweite Januarwoche hinein dauern, zu ist, müssen die Handballerinnen des TV Aldenrade nach Hiesfeld ausweichen und da mit dem TV Jahn mittrainieren. Da ist die Halle auf. Bei uns ist das Immobilienmanagement nicht in der Lage zu erkennen, dass hochkarätige Mannschaften auch trainieren können müssen."

Finanziell "auf Minimal-Niveau angekommen"

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2014 kündigt Busch an, dass sich der SSB mit den Parteien an einen Tisch setzen werde, um "darauf hinzuweisen, was der Sport und die Vereine im Ehrenamt leisten. Würde man das mit professionellen Kräften betreiben wollen, wäre das gar nicht zu bezahlen". Hoffnung macht dem SSB der "Pakt für den Sport", der ihm bis zum Jahr 2021 als Basis dient. "Die finanzielle Grundlage bleibt bis dahin mindestens gleich. Wir sind auf Minimal-Niveau angekommen und hoffen, durch den Pakt ein bisschen Ruhe bei den Sparmaßnahmen zu bekommen", erläutert Busch.

Eingespart wird aber auch im neuen Jahr beim SSB: Derzeit sind es noch 71 Ein-Euro-Jobber, die eingeteilt in Arbeitskolonnen etwa bei Vereinen Grünarbeiten erledigen — ab 2014 werden es nur noch 50 sein. Zudem wird das Projekt "Übungsleiter-Helfer" eingestellt.

(RP)
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