Lokalsport: Rhein-City-Run verbindet Metropolen

Lokalsport : Rhein-City-Run verbindet Metropolen

3000 Menschen wollen am Sonntag einen Halbmarathon von Düsseldorf nach Huckingen laufen.

Jörg Bunert lacht, wenn er an den Marathon im Rahmen der Universiade im Sommer 1989 denkt. Damals wollte ihm ein unbekannter Läufer den Sieg in der Duisburg-Wertung streitig machen. Kurz nach dem Zieleinlauf flog ein Schwindel auf. Der vermeintliche Sieger hatte unterwegs die Straßenbahn benutzt. Am Sonntag könnte die Versuchung erneut groß sein. Zwischen Düsseldorf und Duisburg verkehrt die U 79. Und die Startnummern für den ersten Halbmarathon zwischen den beiden Städten, dem Rhein-City-Run, gelten sogar als Bahnticket. Aber Bunert ist sich sicher, dass keiner der 3000 Läufer auf diese verwegene Idee kommen wird.

Jörg Bunert hatte die Idee zu diesem städteübergreifenden Lauf. Das Duisburger Lauf-Urgestein organisiert den Rhein-City-Run gemeinsam mit der früheren Düsseldorfer Weltklasse-Triathletin Sonja Oberem. Der Start erfolgt in der Landeshauptstadt am Sonntag um 10 Uhr am Hermann-Lehr-Ufer unter der Theodor-Heuss-Brücke. Gut eine Stunde später wird der Sieger ins Ziel am Steinhof in Huckingen - hier steigt auch anschließend eine Läuferparty - einlaufen. Auf dem Weg dorthin laufen die Teilnehmer zunächst am Rheinufer entlang, ehe es hinter Wittlaer über die Felder Richtung Huckingen geht.

Der Rhein-City-Run ist mit 3000 Teilnehmern seit einem Monat ausgebucht. "Ich hatte mit 1500 Leuten gerechnet", war Bunert vom Ansturm überrascht. Ein Versuchsballon sollte die Premiere sein. Angesichts des großen Interesses dürfte sich der neue Halbmarathon etablieren.

Die zweite Auflage im Jahr 2017 gilt als gesichert. Allerdings ist noch unklar, ob die Ursprungsidee dann realisierbar sein wird. Angedacht ist, den Lauf zu drehen - mit dem Start in Duisburg und dem Ziel in Düsseldorf. "Bei diesem großen Teilnehmerfeld könnte es an der Theodor-Heuss-Brücke eng werden", sagt Bunert. Eine Alternative hat der Organisator schon angedacht: ein Zieleinlauf in der Düsseldorfer Fußball-Arena.

"Der organisatorische Aufwand ist extrem groß", hofft Bunert, dass am Sonntag alle Rädchen ineinander greifen. Viele Details waren zu beachten: So muss beispielsweise die Fähre in Kaiserswerth kurzzeitig den Betrieb einstellen.

Mit Sören Link und Thomas Geisel haben beide Oberbürgermeister die Schirmmherrschaft übernommen. Während Link, der im letzten Jahr beim Duisburger Firmenlauf am Start war, diesmal die Zuschauerrolle einnimmt, schnürt sich sein Kollege Thomas Geisel am Sonntag selbst die Schuhe. Die Duisburger sind in der Überzahl: Sie schicken 736 Läufer ins Rennen, während Düsseldorf mit 619 Joggern vertreten sein wird. Aus Duisburg kommen auch zwei Favoriten auf den Sieg: Karol Grunenberg (ASV) bei den Männern und Katharina Wehr (TV Wanheimerort) bei den Frauen.

(RP)
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