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Kanu: Regattabahn bekommt neue Bootslager für die WM

Kanu : Regattabahn bekommt neue Bootslager für die WM

Rund 300.000 Euro kostet der Bau, der zugleich ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Bahn in Wedau sein soll.

Noch gut vier Wochen sind Zeit bis zum Startsignal für die Kanu-WM in Duisburg, die am 27. August beginnt. Bis dahin ist noch einiges zu tun. So muss beispielsweise die Regattabahn für die Para-Kanuten umgerüstet werden. Barrierefrei sollen die Athleten mit ihren Booten dann an den Start gehen können. Aber auch Toiletten, Bootssteg und Tribünen — sogar das Podest für die Siegerehrung — werden behindertengerecht umgebaut. Schließlich findet die Weltmeisterschaft für nicht-behinderte und behinderte Sportler gleichzeitig im Sportpark Duisburg statt. Eine große Herausforderung für die Veranstalter.

Hausbesitzer bauen sich gerne Carports für ihre Autos. Kanuten benötigen für ihre Sportgeräte ein sogenanntes Boatport. Zwei dieser Ports werden derzeit neben dem Gebäude des Kanu-Bundesleistungszentrums an der Duisburger Regattabahn errichtet. Sie bieten Lagerbedingungen für 350 Boote. Rund 300 000 Euro kostet der Bau — finanziert wird dieser mit Bundes-, Landes - und Stadtmitteln. Ein Projekt mit Nachhaltigkeit, denn es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Modernisierung der nun doch in die Jahre gekommenen Regattabahn. "So können wir mit dem internationalen Standard mithalten", freut sich Jürgen Dietz, Chef von DuisburgSport. Auch Mitarbeiter Jürgen Joachim, zudem Vize-Präsident beim ausrichtenden Kanu-Regattaverein Duisburg, ist zuversichtlich, dass die Boatports bei den Athleten bestens ankommen.

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Nicht ganz so einfach ist es dagegen für die behinderten Athleten — über 100 aus 30 Nationen werden erwartet — entsprechende Unterkünfte zu finden. "Die Hotels in Duisburg bieten nur wenige barrierefreie Zimmer an. Leider ist die nagelneue barrierefreie Jugendherberge an der MSV-Arena erst nach der Kanu-WM fertig. Dort hätten wir problemlos viele Athleten unterbringen können. Jetzt sind wir gezwungen, bis nach Essen auszuweichen", sagt Jürgen Joachim, im Organisationsteam für Unterbringung und Verpflegung zuständig.

Vorbereitungen liegen im Zeitplan

Den Umbau des Siegerpodestes haben die Veranstalter in fachgerechte Hände gegeben: Die Duisburger Behindertenwerkstatt baut eine Rampe zum Siegertreppchen "Das war uns sehr wichtig", betont Joachim. "Die Para-Kanuten sollen sich von den Zuschauern auf der Tribüne gebührend feiern lassen können und dabei einen bequemen Zugang zum Siegerpodest haben."

Allerdings ist der Umbau nur ein Provisorium für die WM. Langfristig muss eine andere Lösung her. Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), ist sich der Bedeutung der baulichen Veränderungen an seiner Hausstrecke bewusst. "Der Kanusport ist in Sachen Inklusion absolut vorbildlich. Es gibt nur wenige Sportarten in der Welt, bei denen Behinderte und Nicht-Behinderte quasi zeitgleich an den Start gehen. Die WM in Duisburg ist die vierte, die inklusiv stattfindet. Es waren noch nie so viele Athleten mit Handicap dabei. Wir freuen uns, dass Duisburg sich dieser Herausforderung stellt."

Erst im Oktober 2012 war die Stadt nach der Absage Brasiliens als Ausrichter der Kanu-WM ernannt worden. Noch wird an der Regattabahn kräftig gewerkelt. Doch alles ist im Zeitplan. Jürgen Dietz und Jürgen Joachim sind zuversichtlich, dass "nicht noch in der Nacht vor der Eröffnungsfeier gehämmert und gesägt werden muss."

(RP)