Lokalsport: Qualitätsprodukt VfB: In Homberg ziehen alle an einem Strang

Lokalsport : Qualitätsprodukt VfB: In Homberg ziehen alle an einem Strang

VfB Homberg: Für Trainer Stefan Janßen steht fest: "Unser Erfolg ist das Produkt harter Arbeit." Und natürlich des starken Charakters, der dem Team auch von der Konkurrenz bescheinigt wird. Mit Mike Koenders und Tevlik Kücükarslan gibt es die nächsten Neuzugänge.

Oguzhan Cuhaci hatte zum Abschied vom VfB Homberg nur einen Wunsch: "Ich hoffe, dass die Jungs da weitermachen, wo sie aufgehört haben", sagte der Offensivspieler, den es nach fünf Jahren am Rheindeich zur nächsten Saison eine Klasse tiefer zur Spielvereinigung Sterkrade-Nord ziehen wird, nach seinem letzten Oberligaspiel im gelb-schwarzen Dress gegen den TSV Meerbusch. Und "Ogi" schob nach. "Das Team hat einen starken Charakter, das machen die schon."

Entspannt zurücklehnen ist seine Sache nicht: Stefan Janßen bastelt schon wieder fleißig am Kader für die kommende Saison. Foto: th. tillmann

Julian Dusy, der im letzten Spiel die Kapitänsbinde an den dienstältesten Homberger Cuhaci abgab, stößt ins gleiche Horn. "Ein Spieler vom TSV hat zu mir gesagt: Das ist der Unterschied, Ihr seid eine richtige Truppe und wir nicht. Und so ist es", sagt der Kapitän, "bei uns ziehen alle an einem Strang."

Am Ende sprang ein beachtlicher siebter Platz bei 53 Punkten für den Aufsteiger heraus, der eigentlich nur den Klassenerhalt im Sinn hatte. "Wir sind gekommen, um zu bleiben", sagt Stefan Janßen, "und wir sind auf beeindruckende Weise geblieben." Die Saison in einem Wort zu beschreiben, für das Julian Dusy das Prädikat "souverän" wählte, sei da fast zu schade, meint der Trainer. "Der Erfolg, der unter dem Strich herausgekommen ist, ist das Produkt harter und kontinuierlicher Arbeit. Die Mannschaft setzt diese Arbeit auf dem Platz um, aber man darf auch nie das Umfeld vergessen. Unsere Vorsitzenden Thomas Bungart und Wolfgang Graf, das Trainer- und Betreuerteam, die sportliche Leitung mit Frank Hildebrandt und alle, die dazu gehören. Sie alle geben alles, versuchen alles anzunehmen und umzusetzen, damit so eine tolle Geschichte möglich wird."

Und dann sind da natürlich die Spieler aus einem jungen Team, die dabei sind, "neue Köpfe hervorzubringen, mit denen man sich beim VfB identifiziert", nennt Janßen mit Thorsten Kogel, Julian Dusy, Timo Welky und Dennis Wibbe nur einige Beispiele, die eine "neue Ära nach Spielern wie Thomas Bungart, Achim Kontermann und zuletzt Sunay Acar einläuten, die den Verein in der Vergangenheit verkörpert haben. Spieler, auf die man sich blind verlassen kann."

Sicher haben nicht wenige Spieler wie etwa Collin Schmitt, Jerome Manca oder Justin Bock eine enorme Entwicklung genommen und sich zu Säulen des Teams entwickelt. Doch was für Janßen zählt, ist das Kollektiv. "Wir leben nicht von Stars, wir leben vom Gefüge und vom Teamgeist", streicht der Trainer heraus. Womit wir wieder beim Charakter wären.

Der war auch gefragt, als der VfB den Tiefpunkt der Saison erlebte. "Dass wir nach unserer Niederlagen-Serie im Herbst so zurückgekommen sind, kann uns schon stolz machen, zumal wir mit Thomas Schlieter in der Winterpause unseren erfahrensten Spieler verloren haben", erinnert sich Julian Dusy noch gut an den Abschied seines Vorgängers im Kapitänsamt. Gerade auf Dusy sowie die Kollegen Welky, Schmitt und Manca kam im Abwehrverband dadurch eine erhebliche Umstellung zu. Doch diese meisterte er häufig souverän, auch aufgrund der Unterstützung des Teams. "Was uns in der Saison häufig gefehlt hat, war, den Sack frühzeitig zuzumachen, das zweite, dritte Tor nachzulegen", sagt Dusy. "So war es oft eng, aber dann haben wir die Spiele gewonnen, weil sich jeder in alles reingeworfen hat. Das fing schon bei den Angreifern an."

Dass der gute Charakter und das Teamgefüge durch den personellen Schnitt zur nächsten Saison einen Bruch erleiden können, glaubt Dusy nicht. "Das Team wird noch einmal einen Tacken jünger, es kommen einige talentierte Spieler zu uns. Aber ein gewisser Stamm ist ja erhalten geblieben, und ich bin sicher, dass wir die Jungs auch gut integrieren werden."

Davon ist auch Stefan Janßen überzeugt. "Wir haben die erste Elf gehalten und die zweite Reihe fast komplett abgegeben. Jetzt kommen einige Neuzugänge, die in die erste Elf drängen sollen." Ein zentraler Mittelfeldspieler und ein Innenverteidiger könnten noch zu den bisherigen Neuzugängen hinzukommen. Zu weit will Stefan Janßen aber noch nicht in die neue Saison blicken. "Jetzt gilt das Lob der Mannschaft, die diese 53 Punkte geholt hat."

Der VfB Homberg hat die Neuzugänge sieben und acht und für die kommende Saison vermeldet. Innenverteidiger Mike Koenders kommt vom BV Cloppenburg und Tevfik Kücükarslan aus der Jugend von Arminia Klosterhardt. Mike Koenders bringt mit insgesamt 41 Partien in der Oberliga Niedersachsen, die er für den BV Cloppenburg und den TuS Lingen bestritt, viel Erfahrung sowie mit 1,90 Metern auch eine stattliche Größe für einen Innenverteidiger mit. In der Saison 2011/2012 war der 25-Jährige zudem in 25 Spielen für den niederländischen Zweitligisten FC Emmen in der "Eerste Divisie" am Ball. Tevfik Kücükarslan, der jüngere Bruder des Homberger Stamm-Sechsers Metin Kücükarslan, wird hingegen erstmals im Seniorenbereich aktiv sein. Zuvor war er für Hamborn 07 in den Niederrheinligen der C- und B-Junioren am Ball, die letzten beiden Jahre lief er in der A-Junioren-Niederrheinliga für Arminia Klosterhardt auf. Mit den Oberhausenern konnte er den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga feiern, zu dem er in 20 Spielen fünf Treffer beisteuerte.

(RP)
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