Pokal-Viertelfinale zwischen VfB Homberg und Wuppertaler SV

Fußball : VfB Homberg träumt vom Halbfinal-Einzug

Der Oberligist empfängt am morgigen Sonntag den Regionalligisten Wuppertaler SV zum Viertelfinale im Niederrheinpokal. Im Anschluss findet in Homberg die Auslosung für die Runde der letzten Vier statt. Die Homberger haben viel Zeit in die Vorbereitungen investiert.

Viele Blicke werden sich am Sonntag auf das Stadion am Rheindeich richten – auf jeden Fall die der Fußballer von Rot-Weiß Essen, des 1. FC Monheim und des KFC Uerdingen. Im VIP-Raum der Heimspielstätte des Oberligisten VfB Homberg findet im Beisein der drei Vereine die Auslosung der Halbfinal-Begegnungen im Niederrheinpokal statt. Und dann hofft der Gastgeber vor allem auf eine Sache: Dass sich die Kugel mit dem VfB-Logo darin zu denen der drei bereits qualifizierten Clubs in die Lostrommel gesellen wird. Dafür kann der Oberliga-Spitzenreiter vor der Auslosung sorgen, wenn um 14 Uhr das lang ersehnte und mit viel Arbeit verbundene Viertelfinal-Duell gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV am Rheindeich startet.

Dass die Partie, die eigentlich schon im November 2018 stattfinden sollte, nach einigen Sicherheitsbedenken der Behörden nun wie gelost mit dem Homberger Heimvorteil über die Bühne gehen kann, freut den Gastgeber. „Ich habe den Wunsch, dass uns ganz Duisburg mit einer tollen, friedlichen und fairen Atmosphäre unterstützen wird“, sagt VfB-Coach Stefan Janßen.

Denn zum einen weiß der Trainer, dass sein Team die Unterstützung gegen den klassenhöheren Favoriten brauchen wird. Vor allem aber „hat die Mannschaft sich diese verdient“, sagt Janßen, „die Mannschaft, der Verein und insbesondere Wolfgang Graf“, schickt der Coach seinen Dank an den Abteilungsleiter, der mit viel Fleißarbeit maßgeblich am umfangreichen Sicherheitskonzept beteiligt war, das die Behörden für diese Partie eingefordert hatten. „Was er geleistet hat, um dieses Spiel in unserem Stadion möglich zu machen, ist unwahrscheinlich“, sagt Janßen.

Neben den vielen organisatorischen Dingen im Vorfeld galt es zuletzt noch, den Rasenplatz nach den Wintereinflüssen der vergangenen Wochen herzurichten. „Wir haben alles dafür getan, dass wir das Spiel bei uns austragen können. Ich hoffe, dass wir jetzt auch das Beste daraus machen“, gibt Wolfgang Graf die Pokal-Geschicke nun mit großer Hoffnung an den Coach und dessen Team weiter.

Das will es ihrem Vize-Boss freilich zurückzahlen. Trotz des Heimvorteils stehen die Homberger gegen den WSV, der zuletzt nur knapp einer abzusehenden Zahlungsunfähigkeit entgangen ist und dafür unter anderem Torjäger Christopher Kramer von der Gehaltsliste streichen musste, noch immer vor einer Herkules-Aufgabe. Das Stichwort ist eben Gehaltsliste. „Wuppertal ist und bleibt ein Profi-Club und ein starker Regionalligist“, so Janßen. Gino Windmüller, Tjorben Uphoff, Dennis Malura, Gaetano Manno, Sascha Schünemann oder Kapitän Silvio Pagano – es sind noch immer einige Namen im Kader übrig, die auch schon in der dritten bis ersten Liga auftauchten. Und dass der WSV den Einzug in den DFB-Pokal – für den schon eine Final-Teilnahme gegen den KFC Uerdingen reichen könnte, sollte dieser am Saisonende unter den ersten Vier der 3. Liga stehen – als letzten Strohhalm für eine wichtige Geldquelle ergreifen will und muss, macht es für das junge VfB-Team nicht zwingend einfacher.

Doch das stellt sich dem Favoriten nicht nur mit der Unbekümmertheit und der unbändigen Motivation eines Underdogs, sondern auch mit dem Selbstbewusstsein eines Oberliga-Spitzenreiters, der im vorigen Jahr 34 Mal unbesiegt blieb. „In einem Pokalspiel ist alles möglich“, sagt Janßen. „Das haben wir auch schon in der letzten Runde bewiesen, als wir gegen den SV Straelen vor einer ähnlich schweren Aufgabe standen. Wir müssen an uns glauben, und es muss viel für den Erfolg zusammenkommen. Mut, Bereitschaft und auch Glück.“

Mutig sind die Homberger, und bis auf Jerome Manca (Knieprobleme) auch bereit – wenngleich die eigene Vorbereitung durchwachsen war, während der WSV ein intensives Trainingslager fern jeder Wintereinflüsse im türkischen Belek abhalten konnte.

Der Gegner jedenfalls kommt mit einer großen Portion Respekt an den Rheindeich. „Für uns ist Homberg wie ein Regionalligist“, sagt WSV-Coach Adrian Alipour. „Ich gehe davon aus, dass wir in der nächsten Saison in der Meisterschaft gegeneinander spielen werden.“ Doch das steht auf einem anderen Blatt – morgen zählt für Homberg nur das Los mit dem VfB-Logo.

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