Pierre Nowitzki ist noch nicht mit dem "Angstgen" ausgestattet.

Fußball : VfB fehlt nur noch ein Punkt zum Aufstieg

Fußball-Oberliga: Nach dem 1:0-Erfolg über den Angstgegner VfB Hilden ist der Spitzenreiter fast am Ziel, zumal Konkurrent 1. FC Bocholt auch noch patzte. Pierre Nowitkzi erzielte den Siegtreffer für den VfB Homberg.

Es konnte ja nur ein Winterneuzugang sein, der für das Ende der Misere sorgt. Pierre Nowitzki ist mit dem Angstgegner-Virus gegen den VfB Hilden eben nicht infiziert. Mit seinem Treffer in der 82. Minute bannte er einen Fluch, der seit über fünf Jahren bei Spielen gegen Hilden auf dem VfB Homberg lastete. Der 1:0 (1:0)-Sieg ist nach acht vergeblichen Anläufen der erste gegen den VfB 03 seit November 2013 – und dazu noch ein ganz wichtiger. Da der 1. FC Bocholt gegen den SC Velbert mit 0:1 verlor, ist der Spitzenreiter der Oberliga nun nur noch einen Punkt vom auch rechnerisch sicheren Aufstieg entfernt.

Stefan Janßen freut sich ganz besonders über den Sieg. Für den Trainer war es der erste Erfolg gegen Hilden überhaupt, seit er vor vier Jahren das Kommando in Homberg übernommen hat. „Ich platze vor Stolz“, so Janßen, „endlich, endlich konnten wir Hilden schlagen. Und es verwundert mich nicht, dass diese Truppe auch das nun geschafft hat.“

Der Coach zollte seiner Elf für eine Komposition aus „Ordnung und Disziplin, taktisch und systematisch klugem Spiel, hervorragendem Zweikampfverhalten und einer Reihe guter Torchancen, den höchsten Respekt.“ Vor allem, weil es diese Leistung trotz zweier herber Rückschläge über die Bühne brachte. Binnen sechs Minuten fielen erst Ferdi Acar (60.), dann Patrick Dertwinkel mit Bänderverletzungen aus. „Sie werden Montag direkt zum Arzt gehen, das sieht nicht gut aus“, sah der Trainer das Spiel fortan auch „mit einem weinenden Auge.“ Nicht nur, dass er seine Mittelfeldzentrale komplett austauschen musste – mit Acar und vor allem Dertwinkel fehlen zwei Spieler, die sich um den Erfolg verdient gemacht haben, nun bei der finalen Einfuhr der Ernte.

Schon ab der ersten Minute begann der Sturmlauf der Gäste in Hilden. In letzter Sekunde kam doch noch ein Verteidiger in den Schuss von Danny Rankl vor das leere Tor geflogen. „Keine Ahnung, wo der noch herkam“, staunte Janßen, der weitere gute Chancen sah, die Justin Walker (13., 65.), Rankl (18.), Nowitzki (35.), Dertwinkel (55.) und Marvin Lorch (68., 88.) jedoch nicht nutzen konnten. Umso schöner war der Siegtreffer von Nowitzki, der die Kugel mit einem Seitfallrückzieher über den starken Torwart Marvin Oberhoff hinweg in den langen Giebel beförderte.

Die Gastgeber kamen nur einmal vor den Homberger Kasten. Und als der Ball in der Nachspielzeit immer länger wurde und dem Tor gefährlich nahe kam, hatte Stefan Janßen schon befürchtet, der Hilden-Fluch hole ihn und seine Truppe trotz der deutlichen Überlegenheit doch noch ein. „Ich dachte, jetzt erwischen sie uns wieder“ – doch dann fischte Philipp Gutkowski die Kugel am langen Pfosten runter und beendete den Bann.

Damit sorgte auch der Keeper für die komfortable Ausgangslage des Spitzenreiters, schon kommenden Sonntag – bei aktuell noch sechs ausstehenden Spielen – vor eigenem Publikum mit nur einem Punkt gegen TuRU Düsseldorf den vorzeitigen Aufstieg in die Regionalliga feiern zu können. Oder wie Stefan Janßen es ausdrückt: „Wir stehen vor einer der größten Sensationen in der Duisburger Sportgeschichte.“

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