Parallelkanal: Der Durchbruch

Der Parallelkanal – das umstrittenste Projekt im Sportpark Wedau. Über das lange und emotional-hitzig diskutiert wurde. Gestern gab’s den großen Durchbruch. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Die letzte kleine „Insel“ zwischen Bertasee und bereits fertig gestellter Wasserstraße wurde durch den seit einem Jahr im Grüngürtel des Duisburger Südens arbeitenden niederländischen Bagger ausgehoben. Fertig war die Verbindung, die jetzt vom Süden aus durch den Bertasee und den Stichkanal zum Ziel der Regattabahn führt. Beifall der Polit-Prominenz mit OB Adolf Sauerland an der Spitze begleitete den Aushub.

Nicht allein am Ufer

Rentner Georg Walter hatte sich am Dienstag noch gewundert. „Wieso lassen die denn da noch den kleinen Streifen Sand?“, fragte er in Richtung anderer Beobachter der gewaltig anmutenden Szenerie. Die Auskunft, weil es am Mittwoch einen Pressetermin geben würde, erfreute den 69-Jährigen: „Dann bin ich wieder da.“ Er stand gestern nicht allein am Ufer des Kanals. Georg Walter hat, wie er betont, „fast jeden Tag“ zugesehen, wie sich der Bagger binnen eines Jahres den ca. 1500 Meter langen Weg bahnte in Richtung Norden. „Das ganze Unternehmen wird einfach nur gut“, glaubt er. Die Umstehenden nicken.

OB Sauerland, Stadtdirektor Peter Greulich, Dezernent Reinhold Spaniel, DuisburgSport-Chef Heinz-Gerd Janßen, CDU-Sportausschuss-Sprecher Peter Griebeling oder Regattabahn-Verwalter Dieter Schmidt schauten sich die Szene genau an, als das letzte Körnchen Sand in der Schaufel des Baggers verschwand. Der verantwortliche Architekt Abdou El Said Abdou hatte glänzende Augen, als er vorausblickte, dass in den nächten Wochen die Rundwege auch noch fertig gestellt würden. Und er versicherte: „Bis Ostern ist hier alles fertig, ich hoffe, die Bürger sind dann mit der Arbeit zufrieden.“ Er sei es auf jeden Fall, betont Abdou.

Greulich ging noch einmal auf die Widerstände ein, die sich unter der Erde gewissermaßen in den Weg getürmt hatten. In den schlimmsten Träumen hätte er damit nicht gerechnet: „6 000 Tonnen Altlasten waren schon hoch kalkuliert, dass es 40 000 Tonnen geworden ist, war wirklich nicht vorhersehbar“, so Greulich. Sicher ist: Die Mehrkosten von 4,5 Millionen Euro hatten gestern die Stimmung am Ufer des Parallelkanals nicht verdorben.

(RP)
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