Handball: OSC Rheinhausen holt die "Big Points" in Bielefeld

Handball : OSC Rheinhausen holt die "Big Points" in Bielefeld

Der Handball-Drittligist siegte in Bielefeld 28:24 (16:13) und profitiert vom Rückzug des TuS Wermelskirchen.

Der erste Absteiger aus der Dritten Handball-Liga West steht seit diesem Wochenende fest. Der TuS Wermelskirchen, sportlich betrachtet Tabellenfünfter, bestritt am Freitagabend gegen den Leichlinger TV (19:31) sein letztes Saisonspiel. Die Verantwortlichen des Vereins haben sich wegen finanzieller Probleme für einen Neuanfang in der Oberliga entschieden. Alle bereits gewerteten Partien der Wermelskirchener werden nun annulliert.

Für den OSC Rheinhausen hat das entscheidende Konsequenzen. Die "Olympischen" ziehen dadurch dem direkten Tabellennachbarn OHV Aurich davon. Aurich hatte seinen Vergleich gegen Wermelskirchen in der Hinrunde im Gegensatz zum OSC Rheinhausen gewonnen. Die beiden daraus resultierenden Punkte werden dem OHV nun wieder abgezogen. "Ich finde es sehr schade, dass durch den Rückzug eine Wettbewerbsverzerrung entsteht. Auch wenn wir in diesem Fall davon profitieren. Das Beispiel Wermelskirchen zeigt, wie leicht man sich in der Dritten Liga übernehmen kann", war OSC-Coach Jörg Förderer über den Rückzug durchaus verärgert.

Wesentlich besser war der Übungsleiter am Samstagabend gelaunt. Da hatte seine Mannschaft nämlich in Eigenregie echte "Big Points" eingefahren. Bei der TSG Bielefeld setzte sich der OSC verdient mit 28:24 (16:13) durch und setzte sich damit im sicheren Tabellenmittelfeld fest. In den ersten Minuten agierten beide Teams mit offenem Visier. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Erst kurz vor der Halbzeitpause erspielte sich der OSC einen Drei-Tore-Vorsprung. "Nach der Pause haben sich dann mehrere leichte Fehler in unserem Spiel eingeschlichen. Das hat mir nicht so gut gefallen", kommentierte Förderer die Phase, in der seine Mannschaft den kleinen Vorsprung wieder einbüßte.

Für die Entscheidung sorgte der OSC dann in den letzten zehn Minuten. In Überzahl vergab Bielefeld die Chance, sich auf 24:22 abzusetzen. Stattdessen gelang den personell dezimierten Rheinhausern – Mirko Szymanowicz (Schulterverletzung) und Stephan Liekenbrock (Erkältung) gingen angeschlagen ins Spiel, Nils Artmann konnte gar nicht auflaufen (Muskelprellung) – im Gegenzug der Ausgleich. Anschließend hagelte es gegen Bielefeld zwei Strafzeiten. Die doppelte Überzahl nutzte der OSC schließlich aus, um den Sieg endgültig zu sichern. "Wir sind absolut zufrieden. Der Abend hat das Ende genommen, das wir uns im Vorfeld gewünscht hatten", freute sich Förderer. Einen richtig guten Tag hatte Maik Schneider erwischt. Der Rückraumspieler war mit acht Treffern bester Werfer und überzeugte auf seiner Position durch enorme Torgefahr.

Tore: Kress (3), Flemmig (1), Roschek (7), Schneider (8), Wernicke (1), Janus (1), Heger (1), Szymanowicz (6/4).

(tob)