Handball: OSC Löwen halten dem Druck stand

Handball : OSC Löwen halten dem Druck stand

Die Mannschaft von Trainer Jörg Förderer wendet den drohenden Absturz ans Tabellenende ab. Kevin-Christopher Brüren hat mit elf Treffern entscheidenden Anteil am 29:27-Sieg über die Zweitvertretung von GWD Minden.

Der Druck war da. Die Ergebnisse vom Samstag hatten dafür gesorgt, dass die OSC Löwen Duisburg in der Tabelle der 3. Handball-Liga West wieder auf den letzten Platz abgerutscht waren. Im gestrigen Heimspiel gegen die Zweitvertretung von GWD Minden sah es dann auch zeitweise so aus, als könnte es dabei nach 60 Spielminuten bleiben. Doch die Mannschaft von Trainer Jörg Förderer zog den Kopf noch einmal aus der Schlinge und jubelte nachher über einen eminent wichtigen 29:27 (14:11)-Sieg.

Klaus Schuppert, Geschäftsführer der OSC Löwen, setzte nach Spielende daher auch sein entspanntestes Lächeln auf, während die Spieler gerade mit den Fans die "Humba" exerzierten. "So ist es doch schöner, als wenn man locker das ganze Spiel über mit fünf Toren führt", freute er sich über das bis in die letzte Minute überaus spannende Geschehen. Man hätte es halt nur ein bisschen einfacher haben könnten, wie auch Jörg Förderer hinterher einräumte: "In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr ganz so gut gedeckt."

Das führte nämlich dazu, dass die verdiente 14:11-Führung zur Pause nicht ausgebaut werden konnte und in der 49. Minute ganz verloren ging. Da schien es so, als würde die Partie zu Gunsten der Gäste aus Ostwestfalen kippen. Die Duisburger bekamen Marius Traue, den Toptorschützen der Grün-Weißen, einfach nicht zu fassen; am Ende standen 14 Tore für ihn auf dem Spielbericht. "Ich wollte ihn nicht in Manndeckung nehmen, weil die anderen Mindener technisch zu stark sind", so Förderer. Vor allem weil Traue lange Zeit kaum Fehlwürfe produzierte, räumte OSC Löwen-Torhüter Matthias Reckzeh in der 49. Minute beim Stand von 22:21 leicht entnervt den Kasten, doch auch Matthias Broy fehlte zunächst das nötige Glück. Dreimal kassierte der neue Keeper den Ausgleich - das 24:24 durch Jannik Jungmann flutschte ihm dabei sogar durch die Beine.

Die OSC-Anhänger unter den 500 Zuschauern wurden auf eine ganz harte Nervenprobe gestellt, weil auch im Angriff so mancheallzu leichte Fahrkarte produziert wurde. Die extremste ging dabei auf das Konto von Marcel Giesbert, der bei einem Tempogegenstoß alle Zeit der Welt hatte und doch in allzu lässiger Manier an Gästekeeper Colin Räbiger scheiterte. Das wäre das vorentscheidende 27:24 gewesen; stattdessen blieb Mindens Zweitvertretung bis zur vorletzten Minute weiter dran.

Da konnte Matthias Broy dann seine Einwechslung aber doch noch rechtfertigen: Als er aus kurzer Distanz den Wurf von Jan-Eric Speckmann entschärfte, war den Zuschauern in der Rheinhausener Sporthalle klar: Hier brennt nichts mehr an.

Sekunden später machte der überaus treffsichere Kevin-Christopher Brüren mit seinem elften Torerfolg des Tages den Sack zu. Die Erleichterung auf der Bank war riesengroß - wo übrigens auch der mit einem Außenbandriss pausierende Sebastian Janus in Sportkleidung saß. Der Zusammenhalt stimmt offenbar bei den OSC Löwen.

(RP)