Oberliga: VfB Homberg siegt 7:0 beim FSV Duisburg

Fussball : Die Oberliga ist eine andere Welt

Fußball Spitzenreiter VfB Homberg schießt Schlusslicht FSV Duisburg an der Warbruckstraße mit 7:0 ab. Wer will noch daran zweifeln: Beide Klubs dürften die Liga am Saisonende verlassen.

Der Trainer des FSV Duisburg brachte es auf den Punkt. „Die Oberliga ist eine ganz andere Welt“, sagte Christian Mikolajczak nach dem Heimdebakel gegen den Spitzenreiter VfB Homberg. Tatsächlich: Der FSV Duisburg hat in der Fußball-Oberliga nichts zu suchen. Das stand für Mikolajczak allerdings schon vor der 0:7 (0:2)-Niederlage fest. „Der Deckel ist doch schon seit mindestens zwei Wochen drauf“, sagte der Trainer des abgeschlagenen Tabellenletzten.

Die Oberliga wird auch bald nicht mehr die Welt des VfB Homberg sein – auch wenn das kein Verantwortlicher am Rheindeich öffentlich sagen will. Die Sportfreunde Baumberg verloren am Sonntag 0:3 beim SC Düsseldorf-West, der Tabellenzweite 1. FC Bocholt musste sich beim 1. FC Monheim mit einem 1:1 begnügen. Der Vorsprung der Homberger beträgt nun – bei einem Spiel weniger – satte elf Punkte. Hinzu kommt das gute Torverhältnis (plus 46). Wer will den VfB bei solchen Werten und Zahlen noch stoppen?

Der FSV Duisburg scheint nicht mehr in der Lage zu sein, überhaupt noch ein Team in dieser Liga stoppen zu können. Trainer Mikolajczak kündigte unmittelbar nach dem Schlusspfiff Konsequenzen an. Er selbst will das Ding bis zum Saisonende durchziehen. Mit welchem Personal – das wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Es mangelt in den Augen des Trainers nicht nur an der Qualität, sondern vor allem auch an der Einstellung.

Da alle etatmäßigen Torhüter verletzt sind, stand mit A-Jugend-Keeper Nico Nowoczin bereis der fünfte Torwart in der laufenden Saison zwischen den Pfosten. Der Trainer nahm den Youngster nach der Partie nicht nur in Schutz, er lobte ihn ausdrücklich: „Nico hat überragend gehalten. Ich erwarte von seinen Mitspielern, dass sie sich bei ihm entschuldigen.“

Die Feldspieler ließen den 19-Jährigen vor 500 Zuschauern mehrfach allein im Regen und im Hagel stehen. Vor den Homberger Treffern zum 0:1 und 0:2 konnte Nowoczin den Ball nicht festhalten – es war aber kein Abwehrspieler in der Nähe, der die Situation hätte bereinigen können. Danny Rankl eröffnete den Torreigen in Anschluss an einen Freistoß (14.), 14 Minuten später war Marvin Lorch mit dem zweiten Treffer zur Stelle.

In dieser Phase konnte der FSV zumindest Akzente setzen. Schon in der dritten Minute bewahrte Torwart Philipp Gutkowski den VfB mit einer Glanztat vor einem Rückstand. „Wir haben in den ersten 20 Minuten gut dagegengehalten“ sagte VfB-Trainer Stefan Janßen nach der Partie.

Der FSV schwächte sich aber schon früh selbst. Abwehrspieler Emir Alic, der nach längerer Abwesenheit sein Comeback feierte, kassierte schon in der 26. Minute nach wiederholtem Foulspiel die gelbrote Karte. Damit war die Defensive der Gastgeber früh nachhaltig geschwächt.

Als ein Hagelschauer über die Anlage an der Warbruckstraße hereinbrach, machten die Homberger den Sack zu. Ferdi Acar traf in der 63. und 73. Minute zum 0:3 und 0:4. Marvin Lorch (78.), Felix Clever (83.) und Danny Rankl (86.) erhöhten auf 0:7. FSV-Trainer Christian Mikolajczak vermisste hier bei seiner Mannschaft die taktische Disziplin: „Wir rennen beim Stand von 0:5 immer noch an.“

Mit dem 0:7 war der FSV Duisburg am Ende noch gut bedient, die Homberger vergaben noch weitere gute Chancen – zwei davon in Slapstick-Manier. Stefan Janßen: „Das Spiel hätte zweistellig ausgehen können. Aber das will in der Oberliga niemand haben.“

VfB-Stürmer Danny Rankl (Mitte) eröffnete an der Warbruckstraße den Torreigen und schloss ihn mit dem Torerfolg zum Endstand von 7:0 auch ab.. Foto: Thorsten Tillmann

Coach Janßen blieb seiner Linie nach dem Spiel auch angesichts des Kantersieges gewohnt treu und mahnte weiter zur Bodenhaftung: „Wenn die Konkurrenz patzt, ist das schön für uns. Wir müssen uns aber weiter auf unsere Ergebnisse konzentrieren.“