Oberliga: FSV Duisburg mit 7:3-Schützenfest gegen Jahn Hiesfeld

Fussball : „Gegen den FSV kann man nicht verlieren!“ Jahn Hiesfeld schon

Fußball Oberliga: Der designierte Absteiger aus Duisburg feiert gegen den TV Jahn ein 7:3-Schützenfest und erzielt dabei sehenswerte Treffer.

Zu einem früheren Zeitpunkt der Saison hätte es ein Mutmacher sein können, ein Signal. Sechs Spieltage vor dem Abpfiff in der Fußball-Oberliga war es am Ende dann aber doch nicht mehr als ein denkwürdiger Abend: Der FSV Duisburg, als Tabellenletzter so gut wie sicher abgestiegen, bezwang den Drittletzten TV Jahn Hiesfeld mit 7:3 (3:2).

Denkwürdig waren an diesem Abend neben dem Ergebnis an sich auch mehrere Tore und so manches Zitat, das die Beteiligten produzierten. So meinte Hiesfelds Kevin Kolberg auf dem Gang in die Kabine zur Pause: „Gegen die kannst Du nicht verlieren. Das geht ja gar nicht.“ Tja, ging dann eben schon. Die Dinslakener hätten mit drei Punkten wichtigen Boden im Abstiegskampf gutmachen können, aber letztlich waren sie einem FSV, der sich nach so vielen Enttäuschungen den gesammelten Frust von der Seele schoss, dann tatsächlich nicht gewachsen.

Das war umso überraschender, da der Auftakt in die Partie für die Gastgeber auch komplett in die Hose ging. Nach dem schnellen 0:1 durch Maik Goralski (8.) schimpfte Coach Christian Mikolajczak: „Das hat nichts mit Oberliga-Fußball zu tun. Ist das schlecht!“ Fünf Minuten später quittierte er das 1:2 durch Nicolai Pakowski sarkastisch: „Bei uns ist das ganze Jahr Weihnachten. Was wir verteilen . . .“

Der Ex-Profi, der die Warbruckstraße am Saisonende nach einem halben Jahr wieder verlässt, sah sich letztlich aber in der Ansicht bestätigt, dass Hiesfeld verwundbar sei, und war froh, dass sein Team dies auf bemerkenswerte Weise belegte. Die erste Hälfte produzierte gleich drei Traumtore: Erst drosch Ismail Öztürk die Kugel aus 25 Metern völlig ansatzlos über den fassungslosen Ex-FSV-Keeper Marian Ograjensek in den Winkel (10.), dann zirkelte Muhammet Karpuz einen 20-Meter-Freistoß an exakt dieselbe Stelle (34.) – und schließlich setzte Marvin Matten all dem die Krone auf, als er nach einem Flankenwechsel von Meik Kuta von der linken Seite die Kugel vom rechten Strafraumeck volley ins Netz hämmerte (38.). „Ja klar, ist halt ein Jahrhunderttor“, kommentierte Christian Mikolajczak lakonisch.

Der zwischenzeitliche Ausgleich der Gäste durch den früheren FSV-Akteur Nasrullah Dedemen (65.) war nur ein Intermezzo. Nur fünf Minuten später brachte Innenverteidiger Emir Alic mit einem schulmäßigen Kopfball nach Karpuz-Ecke sein Team wieder nach vorn. Hiesfeld hatte nun nichts mehr zuzusetzen und geriet nach einem plumpen Foul im Strafraum von Kolberg an Can Serdar endgültig auf die Verliererstraße. Muhammet Karpuz verwandelte den Elfmeter sicher (85.). Den Schlusspunkt setzte Linksverteidiger Dennis Abrosimov, dessen Hereingabe erst von Kolberg und dann von Torhüter Ograjensek entscheidend ins eigene Tor abgefälscht wurde (87.).

FSV Duisburg: Ritz, Kuta, Alic, Kocaoglu, Matten (62. Sindi/80. Xhemajli), Serdar, Öztürk (14. Kaya), Cakmakci, Bayram, Abrosimov, Karpuz.

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