Lokalsport: Nur 40 Minuten Eishockey

Lokalsport : Nur 40 Minuten Eishockey

Eishockey: Nach einer 2:0-Führung beim Tabellenletzten FASS Berlin nahmen sich die Füchse eine Auszeit und lagen 3:4 hinten. Am Ende stand dann doch ein 8:4-Sieg, der deutlicher klingt, als er war.

Lance Nethery ärgerte sich. "Ich weiß nicht, wie oft ich das noch sagen muss", so der Trainer des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg. "Die Liga ist enger geworden, und wir müssen jedes Mal 60 Minuten lang Eishockey spielen und unsere Aufgaben erledigen. Heute waren es nur 40 Minuten." Immerhin reichte es, um beim Tabellenletzten FASS Berlin nach 3:4-Rückstand zur zweiten Pause noch mit 8:4 (2:0, 1:4, 5:0) zu gewinnen. Denn die "Auszeit", die sich die Füchse im zweiten Drittel genommen haben, war schon verflixt groß.

"Vielleicht dachten einige, dass es nach dem 2:0 leicht werden würde", so Nethery. Rico Rossis Amtszeit in Duisburg ist nun schon lange her, doch der jetzige Coach der Kassel Huskies hatte stets betont: "Nichts ist im Eishockey gefährlicher als eine Zwei-Tore-Führung." Es war wohl zu verführerisch. Denn nach dem 1:0 von Lars Grözinger traf Raphael Joly in der siebten Minute zum 2:0 - und das auch noch in Unterzahl. Nach der Pause lief dann kaum etwas zusammen. Can Matthäs, immerhin zuletzt U-20-Nationalspieler, und Pierre Gläser glichen zum Auftakt des Mittelabschnitts aus. Auch Manuel Neumanns 3:2 - wieder in Unterzahl (31.) - brachte den EVD nicht zurück in die Spur. Stattdessen trafen Oliver Duris und Christian-Alexander Leers zur Berliner 4:3-Pausenführung.

Das führte in den sozialen Netzwerken - kaum verwunderlich - zu nicht gerade positiven Reaktionen. Dann aber drehten die Duisburger die Partie in den letzten zwölf Minuten der Partie. André Huebscher, nochmal Neumann und Joly sorgten für das 6:4, ehe Chris St. Jacques ins leere FASS-Tor traf und Joly noch das 8:4 nachlegte. Das klingt am Ende deutlicher, als es war. "Ich habe den Jungs gesagt, dass man nicht alleine spielen kann und wir die Scheibe zum Tor bringen müssen", so Nethery, der bereits am Freitag die Eishockey-Legende Wayne Gretzky mit den Worten zitierte: "Wenn man nicht aufs Tor schießt, hat man eine 100-prozentige Chance, nicht zu treffen."

Viktor Beck musste die Partie bereits gut fünf Minuten vor der zweiten Pause verlassen. Er hatte einen Schuss an die Lippe bekommen und sollte genäht werden - eigentlich. "Es war kein Arzt im Stadion, daher haben wir ihn zu einem Krankenhaus gefahren", so Nethery. Dort war auch kein Arzt aufzutreiben, der Zeit hatte, den Duisburger Stürmer zeitnah zu versorgen. "Wir haben Viktor wieder mit zurückgenommen und werden ihn in Duisburg zum Krankenhaus schicken."

Im Laufe der Woche erwarten die Füchse das Strafmaß für Peter Holmgren nach dessen Matchstrafe am Freitag. Spannend wird es am Wochenende: Am Freitag (20 Uhr) geht es zu den Crocodiles Hamburg, ehe am Sonntag (18.30 Uhr, Scania-Arena) das EVD-Jubiläumsspiel gegen Essen ansteht.

FASS Berlin - EV Duisburg 4:8

Drittel: 0:2, 4:1, 0:5 Tore: 0:1 (3:48) Grözinger (Joly, Walkowiak), 0:2 (6:07) Joly (Klöpper, Mike Schmitz/4-5), 1:2 (22:36) Matthäs (Gläser, Fiedler/5-4), 2:2 (25:21) Gläser (Fiedler, Matthäs), 2:3 (30:46) Neumann (Klöpper, St. Jacques/4-5), 3:3 (34:09) Duris (Patrzek, Leers/5-4), 4:3 (37:44) Leers (Duris, Patrzek), 4:4 (48:18) Huebscher (Martens, Joly/5-4), 4:5 (51:48) Neumann (Barta, Martens), 4:6 (54:57) Joly (Huebscher, Grözinger), 4:7 (59:26) St. Jacques (Neumann, Klingsporn/ENG), 4:8 (59:55) Joly. Strafen: Berlin 4, Duisburg 12. Zuschauer: 115.

(RP)
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