1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg
  4. Sport

Wasserball: Nach dem WM-Aus wartet Urlaub auf die "Amateure"

Wasserball : Nach dem WM-Aus wartet Urlaub auf die "Amateure"

Die Wasserball-Nationalspieler des Amateur SC Duisburg (ASCD) haben sich in den verdienten Sommerurlaub verabschiedet. Zum Abschluss der erfolgreichsten Saison ihrer Karriere, die Ende Mai im erstmaligen Gewinn des nationalen Doubles mündete, stiegen Torhüter Moritz Schenkel, Julian Real, Paul Schüler, Dennis Eidner und Till Rohe am späten Sonntagabend als Verlierer aus dem Becken.

Im WM-Achtelfinale musste sich das Duisburger Quintett mit Deutschland gegen Australien geschlagen geben. Eine schwache Angriffsleistung bescherte den Schützlingen von Nebojsa Novoselac eine 4:8 (0:2, 2:2, 0:1, 2:3)-Niederlage. Die "Aussie Sharks", die Deutschland schon in der Vorbereitung zweimal das Nachsehen gegeben hatten, gaben im 1992er Olympia-Becken Bernat Picornell klar den Takt vor. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt", haderte Novoselac mit der Leistung seines Teams, das kein probates Mittel gegen die australische Defensive fand. Die Treffer von Heiko Nossek (2), Maurice Jüngling und ASCD-Centerverteidiger Julian Real resultierten alle aus Überzahlsituationen. Real traf dreieinhalb Minuten vor dem Ende zum 4:6. Per Konter sorgte Australien dann für die Entscheidung.

Einen starken Eindruck hinterließ auf deutscher Seite einmal mehr Moritz Schenkel. Der Duisburger Torhüter kam zur zweiten Halbzeit für den Hannoveraner Roger Kong ins Spiel und wusste mit sieben Paraden zu gefallen. Der Olympiasiebte Australien steht nun als einzige außereuropäische Mannschaft im Viertelfinale und trifft dort heute auf Olympiasieger Kroatien. Für Deutschland ist das Turnier beendet, die Plätze 9 bis 16 werden bei der WM diesmal nicht ausgespielt.

  • Tobias Schulte-Mattler freut sich auf seine
    Neue Aufgabe für Ex-Fußball-Keeper Tobias Schulte-Mattler : Der Feinschleifer der Klever Torhüter
  • Tobias Schulte-Mattler freut sich auf seine
    Fußball : Der Feinschleifer der FC-Torhüter
  • Klaus Allofs, Uwe Rösler und Uwe
    Zukunft ungeklärt : Fortunas Trainer wird im Urlaub weiter verhandeln

Erstmals seit 2005 verpasste Deutschland bei einer WM das Viertelfinale. Die Enttäuschung hierüber hält sich freilich in Grenzen, befindet sich das Team im nacholympischen Jahr doch in einem personellen Umbruch. In Marc Politze, Alexander Tchigir, Fabian Schroedter (alle Spandau 04 Berlin), Florian Naroska (SV Cannstatt) und ASCD-Kapitän Tobias Kreuzmann hatten gleich fünf Routiniers auf die Teilnahme verzichtet bzw. ihren Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. Die fünf Duisburger Nationalspieler dürften die nächsten Wochen in vollen Zügen auskosten, schließlich liegt eine lange Saison hinter ihnen und zugleich auch vor ihnen. Die neue Spielzeit beginnt im Oktober. In der Deutschen Wasserball-Liga wird sich der ASCD den vehementen Angriffen des entthronten Rekordmeisters Spandau 04 Berlin und des ambitionierten Waspo 98 Hannover erwehren müssen.

Zudem kehren die Amateure nach einjähriger Abstinenz wohl wieder in den Europapokal zurück. Angesichts einer nochmaligen Modusänderung des Weltverbandes LEN dürfte ein Start in der Champions League nun wieder erschwinglich sein. Der ASCD ist für die zweite Qualifikationsrunde gesetzt, in der es vier Vierer-Gruppen geben wird. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe verbleiben in der "Königsklasse" und spielen anschließend in Hin- und Rückspielen vier Teilnehmer an der Hauptrunde aus. Die Wasserfreunde Spandau 04 und sieben weitere Vereine erhielten vom Weltverband hierfür eine Wild Card. Die Hauptrunde wird in zwei Gruppen à sechs Teams ausgespielt. Die drei Ersten jeder Gruppe spielen in einem "Final Six" den Sieger aus.

(kök)