MSV Duisburg: MSV sieht Prozess mit Kentsch gelassen entgegen

MSV Duisburg : MSV sieht Prozess mit Kentsch gelassen entgegen

Der ehemalige Geschäftsführer des MSV Duisburg, Roland Kentsch, hat den Klub verklagt. Nach seinem fristlosen Rauswurf Mitte Juni will er ausstehende Gehälter gerichtlich einfordern. Ob das gelingt, wird sich am 5. Dezember in einer Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg klären.

Der Prozesstermin soll Klarheit schaffen, ob dem ehemaligen Geschäftsführer eine Weiterzahlung seiner Bezüge (dem Vernehmen nach zwischen 15.000 und 18.000 Euro pro Monat) bis zum ursprünglich geplanten Vertragsende zum 30. Juni 2014 zusteht.

Dass Kentsch klagt, ist schon lange bekannt und der MSV reagierte mit Gelassenheit. "Prozesstechnisch ist dies das Beste, was uns passieren konnte", sagte Jürgen Marbach, der Aufsichtsratsvorsitzende des MSV, vor einigen Wochen. Lässt das Gericht Kentsch abblitzen, öffnet sich möglicherweise die Tür für eine Gegenklage der Zebras um Schadenersatz wegen der verpassten Zweitliga-Lizenz.

Da geht es dann um richtig viel Geld: Allein die Fernseheinnahmen in der 2. Liga belaufen sich auf mehrere Millionen Euro. Der MSV hatte Kentsch, der seit 5. März 2010 im Amt und ebenfalls Geschäftsführer der Stadionprojektgesellschaft war, gekündigt, weil das Vertrauensverhältnis zerstört gewesen sein soll. So sagte es der Vorsitzende Udo Kirmse damals. Kentsch hält dagegen, dass der Verein auch nach der ersten Entscheidung, die Lizenz zu verweigern, zwei weitere Wochen mit ihm zusammengearbeitet habe. Da sei das Vertrauensverhältnis offenbar nicht gestört gewesen.

Am 13. Juni hatte ihn der MSV entlassen, eine Woche später die Stadionprojektgesellschaft. Nach seiner Freisetzung in Bielefeld 2009 hatte Kentsch ebenfalls geklagt, konnte jedoch nur einen Teil der Forderung in Höhe von knapp 15 700 Euro erstreiten.

(kew)
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