MSV Duisburg schafft beim 1. FC Köln die Sensation

MSV Duisburg : Ein Traumstart für Torsten Lieberknecht

Der Fußball-Zweitligist schafft im ersten Spiel unter der Regie des neuen Trainers die große Überraschung. Er gewinnt beim Spitzenreiter 1. FC Köln mit 2:1 und verbessert sich nach dem ersten Saisonsieg auf den Relegationsplatz.

Neuer Trainer, neues Glück. Torsten Lieberknecht gelang am Montagabend in Köln-Müngersdorf ein Traumstart. Der neue Coach des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg landete mit den Zebras beim Spitzenreiter 1. FC Köln einen Coup. Der MSV gewann 2:1 (1:1) und feierte seinen ersten Saisonsieg.

Auf dem Spielberichtsbogen wartete Torsten Lieberknecht nicht mit Überraschungen auf. Die gab’s aber auf dem Platz. Dass der neue Trainer etwas verändern würde, war zu erwarten. Die taktische Variante, die der 45-Jährige wählte, dürfte vorher kaum jemand auf dem Zettel gehabt haben. Der Coach vertraute im Mittelfeld auf eine Raute: Fröde defensiv, Oliveira Souza rechts, Schnellhardt links und im offensiven Mittelfeld Tashchy. Im Sturm baute Torsten Lieberknecht auf eine Doppelspitze mit Gyau und Iljutcenko. Das dürfte auch der Kölner Trainer Markus Anfang so nicht erwartet haben.

Diese kleine taktische Revolution ging einher mit einem selbstbewussten Auftreten. Die Zebras waren bissig, versteckten sich nicht und bemühten sich von Beginn an um Offensiv-Aktionen.

Schon nach 110 Sekunden setzte der MSV ein Ausrufezeichen. Cauly Oliveira Souza eroberte den Ball von Rafael Czichos und lief auf FC-Torwart Timo Horn zu, den er aber anschoss. Hier wäre ein Querpass auf Joe Gyau eine lohnende Alternative gewesen. In der fünften Minute verbuchte Lukas Fröde eine Kopfballchance, mit der Timo Horn aber keine Probleme hatte.

Cauly Oliveira Souza war gestern Abend beim MSV-Spiel in Köln der Mann des Abends. Foto: dpa/Marius Becker

In der neunten Minute belohnten sich die Zebras für ihr mutiges Auftreten. Erst scheiterte Stanislav Iljutcenko an Timo Horn, der zur Ecke abwehrte. Die Kölner konnten den Ball nach Fabian Schnellhardts Ecke nicht klären, Cauly Oliveira Souza hielt aus 17 Metern humorlos drauf und traf zum 0:1.

Damit erwischten die Zebras den Gastgeber kalt. Köln hatte große Probleme, ins Spiel zu finden. Erst ab der 30. Minute gelang es der Elf von Markus Anfang, Druck auf die Meidericher auszuüben. Das zahlte sich in der 35. Minute für den FC aus. Dustin Bomheuer konnte den Ball in Anschluss an einen Eckball nicht klären, Nationalspieler Jonas Hector kam frei zum Kopfball und traf zum 1:1. MSV-Torwart Daniel Mesenhöler hatte sich entschieden, auf der Torlinie zu bleiben und war chancenlos.

Kurz vor der Pause hätte Dustin Bomheuer seinen Patzer beim Ausgleich beinahe wettmachen können. Nach einem Eckball zwang der Innenverteidiger den FC-Keeper mit einem wuchtigen Kopfball zu einer Glanzparade: Timo Horn lenkte den Ball an die Latte.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Duisburger defensiver als zu Beginn der ersten Halbzeit. Trotzdem verbuchten sie im zweiten Durchgang die erste Torchance. Joe Gyau, in der Offensive ansonsten weitgehend wirkungslos, setzte sich auf der linken Seite durch, Stanislav Iljutcenko verfehlte seine scharfe Hereingabe nur knapp.

Dustin Bomheuer, Torwart Daniel Mesenhöler und Gerrit Nauber (von links) bejubeln den Coup beim Spitzenreiter. Foto: dpa/Marius Becker

Lieberknecht wechselte in der 63. Minute zweifach. Iljutcenko und Gyau hatten Feierabend, Engin und Verhoek kamen. Der Wechsel sollte sich wenig später bezahlt machen, doch zunächst mussten die Zebras in der 65. Minute tief durchatmen. Daniel Mesenhöler, der mit der Beherrschung seines Strafraums große Probleme hatte, traf beim Versuch einer Faustabwehr nicht den Ball, sondern FC-Spieler Dominick Drexler. Schiedsrichter Florian Badstübner zeigte jedoch nicht auf den Elfmeterpunkt. Fünf Minuten später zeichnete sich Mesenhöler mit einer starken Parade gegen den Kölner Torjäger Terodde aus.

In der 73. Minute erwischten die Zebras die Domstädter zum zweiten Mal kalt. Einwechselspieler Ahmet Engin flankte von der rechten Seite und bediente Oliveira Souza, der aber nicht an den Ball kam. Dafür hatte aber FC-Spieler Matthias Bader Kontakt zum Spielgerät, das er ins eigene Netz zur erneuten Duisburger Führung spitzelte. Den zweiten Treffer darf sich der Brasilianer zumindest zur Hälfte zuschreiben.

Torsten Lieberknecht brachte in der Schlussphase mit Sebastian Neumann einen zusätzlichen Abwehrmann. Die Zebras retteten ihre Führung über die Zeit und feierten außerhalb der Session in Köln Karneval. „Es war ein verdienter Sieg, weil wir ein überragendes Auswärtsspiel gemacht haben“, sagte MSV-Kapitän Kevin Wolze.

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