MSV Duisburg: Genugtuung nach schweren Wochen

MSV Duisburg: Genugtuung nach schweren Wochen

Tom Starke freute sich für den Kollegen Björn Schlicke. Das Tor sei sicher eine Genugtuung nach den schweren letzten Wochen gewesen, merkte der Keeper schulterklopfend an.

Schlicke selbst wollte nicht so gern zurückschauen, sondern sah seinen Siegtreffer als Empfehlung für die Zukunft an. "Ein Tor gemacht und zu Null gespielt, darauf kann man doch aufbauen", meinte Schlicke, gelassen die Rolle des Matchwinners spielend und vom Frust des Bankdrückens nur in Nebensätzen redend.

Dass er eher ungewohnt auf der rechten Außenbahn seine Chance bekam, nutzte er als Signal zur Kompromissbereitschaft. "In Hamburg habe ich ein ganzes Jahr dort gespielt. Ich traue mir unterschiedliche Positionen zu. Der Trainer entscheidet, ob er sich mit mir einen Erfolg verspricht und auf welcher Position."

  • MSV : Glückauf! Duisburg siegt in Berlin

Der Coach nutzte da gleich die Gelegenheit, um zu dementieren, dass er mit dem Abwehrmann ein persönliches Problem habe. "Ich habe gegen keinen Spieler etwas persönlich." Da hatte man doch irgendwie den Eindruck gewonnen, Schlicke sei beim Coach unten durch. Mitnichten, versicherte Sasic. Mit der Friedensfahne winkend sagte der Trainer sogar: "Es freut mich besonders, dass Björn Schlicke unser Tor gemacht hat."

Der erinnerte sich dabei an alte Tugenden. Als Kind habe ich mal Stürmer gespielt, deshalb hatte ich wohl den richtigen Riecher." Mit zehn Jahren habe er sich dann entschieden, lieber Tore zu verhindern. Die Folgen davon kennt er inzwischen: "Bei Niederlagen wird immer zuerst die Abwehr hinterfragt." Gestern war es ganz anders: Da war der Abwehrspieler gefragt. Auch mal ganz schön!

(RP)