MSV Duisburg: Führungslos: Ein Verein der inneren Zerrissenheit

MSV Duisburg: Führungslos: Ein Verein der inneren Zerrissenheit

Es ist ein Dilemma. Keiner hat Mut. Und spricht Klartext. Gerüchte und Spekulationen gibt es reichlich. Alle münden in die gleiche Richtung. Die Vorwürfe an die Adresse des Trainers und dessen fragwürdige Menschenführung hört man allenthalben. Die Frage, ob man zitieren und den Namen des Informanten nennen könne, wird glatt verneint.

Es geht nur hinter vorgehaltener Hand, weil sie alle Arbeitnehmer sind und unter Vertrag stehen. Das betrifft den Pressesprecher, den Busfahrer Frank Wisniewski, der über das gesamte Wochenende abgetaucht war, den Arzt, die Physiotherapeuten, die Zeugwarte, letztlich jeden Spieler. Es ist ein Bild der inneren Zerrissenheit. Da scheint etwas den Bach runterzugehen, das den vielen Fans seit ewigen Zeiten am Herzen lag.

Umso erstaunlicher ist in dem ganzen Wirrwarr ohne klare Beweisführung, dass Vereinschef Walter Hellmich während der Saison aus der Mannschaft schon mehrfach Signale bekommen hat, ohne dass der Bauunternehmen helfend eingeschritten wäre. Das kann nur so gedeutet werden, dass der MSV längst führungslos ist. Die Situation "oben" passt zu dem sportlich erschreckend schlechten Abschneiden. Gegen München daheim und auswärts in Rostock jetzt wurde das nur allzu deutlich. Das Team sprüht kein Leben mehr aus. Wie kann es das auch! B.B.

(RP)