MSV Duisburg: "Durchwachsen bis in Ordnung"

MSV Duisburg : "Durchwachsen bis in Ordnung"

So fällt das MSV-Fazit am Ende des Jahres aus. Die 0:2-Niederlage im letzten Spiel gegen Alemannia Aachen schmerzte, aber die Aussicht ist nicht so schlecht. Nach der kurzen Pause geht es ins türkische Trainingslager.

Der Weihnachtsbaum in der Arena ist festlich geschmückt. Christbaumschmuck wie Engelchen, Kerzen, Kugeln oder Lametta bieten ein festliches Bild. Nur die drei so heiß zum Fest ersehnten Punkte fehlen auf dem Gabentisch als Krone.

Die Feier der MSV-Profis findet trotzdem in gemütlicher Atmosphäre statt. Etwas stiller, etwas beschaulicher zwar, aber die Enttäuschung nach dem 0:2 gegen Alemannia Aachen hat sich schon wieder gelegt.

Viel Zuversicht

Worte der Zuversicht schmücken die Lounge. Das ist auch richtig so. Was das Trainerteam und die erheblich gebeutelte Mannschaft als Leistung seit November hingelegt haben, als das Verletzungspech immer wieder gnadenlos "zuschlägt", kleidet der Trainer in ein wohl treffendes Wort: "Unmenschlich."

Milan Sasic findet die Aufholjagd des Mannschafts-Rests grandios, nur ein weiteres Spiel ohne Niederlage fehlt in der Sammlung überwiegend positiver Ereignisse. Sechs Spiele hat der Kroate seit der Job-Übernahme Anfang November nicht verloren. Er hat dafür gesorgt, dass Ordnung einkehrt ins Mannschaftsgefüge, dass die Disziplin stimmt in der Gemeinschaft, dass Kampfbereitschaft an oberster Stelle steht.

Aber sechs Tage vor Heilig Abend ist der Höhenflug der Zebras beendet. Solides Aachener Zweitliga-Niveau gegen müde und spielerisch schlichte Zebras, die keine Power mehr haben, die fast in allen Belangen überfordert sind, sogar vom Elfmeterpunkt aus. Männer wie Kapitän Björn Schlicke, wie "Chak" Yankov, Änis Ben Hatira oder Nicky Adler haben beim Jahres-Showdown einfach nicht mehr die Luft (und das Können), um sich aufzuraffen zum letzten großen Kraftakt.

Die Spitze ist noch greifbar

Trotzdem fällt das Zwischenfazit seit dem 9. August, dem Saisonstart mit dem Auswärtssieg in Frankfurt, zwischen "durchwachsen" bis "in Ordnung" einigermaßen zufriedenstellend aus. Als Peter Neururer schon nach fast einem Jahr gehen muss, hat der MSV 14 Punkte aus zehn Spielen geholt. Jetzt sind es insgesamt 28 aus sieben Partien danach, und die Spitze (außer Kaiserslautern) ist noch greifbar.

Sasic, der für seine raue Art der Sprache bekannt (und gefürchtet) ist, hat nur für das 3:0 in Koblenz keinen Nachweis, da trägt Uwe Speidel, der aufs Abstellgleis (mit juristischem Rückenwind) gesellte Ex-Assistent, die Verantwortung. Elf Punkte aus sechs Spielen mit dem Makel der vielen Ausfälle sind keine so schlechte Bilanz des 51-jährigen Kroaten.

Sie lässt sogar hoffen. Nicht umsonst sieht Sasic dem kommenden Jahr mit einiger Zuversicht entgegen. Ein störungsfreies Trainingslager als optimale Vorbereitung auf die Rückserie in der Türkei, zurück kehrende Stürmer, andere Alternativen wie Ivo Grlic oder Mihai Tararache, ein wie im August gelungener Start Mitte Januar gegen den Neuling aus Frankfurt — da ist noch längst nichts verloren. Wenn die Mannschaft so arbeite wie zuletzt, sagt Milan Sasic, "dann holen wir im nächsten Jahr viele Punkte". Gut möglich ist das.

(RP)