Duisburg: Torsten Lieberknecht fühlt sich pudelwohl

MSV Duisburg : Torsten Lieberknecht fühlt sich pudelwohl

Der neue Trainer des Fußball-Zweitligisten ist mit seiner Familie nach Duisburg gezogen. In der Länderspiel-Pause will der 45-Jährige an einigen Stellschrauben drehen. Seine Mannschaft müsse vor allem effektiver werden.

Torsten Lieberknecht ist mittlerweile in Duisburg angekommen. Der neue Trainer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg hat ein Haus für seine Familie und Schulplätze für seine Kinder gefunden. Die Lieberknecht-Kids finden ohnehin immer mehr Gefallen an dem neuen Job ihres Vaters. Die Herbstferien in Niedersachsen endeten gerade, jetzt gibt es noch die zwei Wochen NRW-Ferien oben drauf. Lieberknecht selbst ist von einer Urlaubsstimmung weit entfernt. Der 45-Jährige nutzt die Länderspielpause, um hart mit seinem Team zu arbeiten. Am Donnerstag stand ein Laktattest auf dem Programm. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber Lieberknecht ist sich sicher, „dass alle Jungs topfit sind.“

Das gilt zumindest für die gesunden Spieler. Sorgen bereitet dem Coach derzeit Innenverteidiger Sebastian Neumann, der sich mit Hüftproblemen herumplagt, die schwerwiegender Natur sein könnten. Neumann wird in der kommenden Woche einen Spezialisten in München aufsuchen, um Klarheit zu erlangen. Lieberknecht spricht von einem „schleichenden Prozess.“ Das heißt, Neumann hat schon seit längerer Zeit Probleme, nur nach dem Einsatz als Einwechselspieler in Köln am vergangenen Montag verschlimmerten sich die Schmerzen. Im Schongang bewegt sich derzeit Joseph-Claude Gyau, der beim Auswärtssieg in Köln als Sturmspitze im Einsatz war. Der US-Amerikaner ist mit einer Fußprellung derzeit nicht am Mannschaftstraining beteiligt. Um ihn macht sich der Coach aber keine großen Sorgen. Das gilt auch für Torhüter Daniel Davari, der am Freitag das Nachmittagstraining nach einem Schlag auf den Fuß abbrechen musste. Moritz Stoppelkamp, der sich im September einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, absolviert mittlerweile wieder individuelle Laufeinheiten. „Ihm fällt allmählich die Decke auf den Kopf“, sagt Lieberknecht. Das Heimspiel gegen den FC St. Pauli am Montag, 22. Oktober, dürfte für den Flügelspieler aber noch zu früh kommen.

Den 2:1-Erfolg beim Spitzenreiter 1. FC Köln hat der neue Trainer nach eigenem Bekunden schon abgehakt. Dennoch brachte ihm das Spiel zahlreiche Erkenntnisse darüber, was die Mannschaft noch besser machen kann. „Es gibt da noch viel Luft nach oben“, sagt Lieberknecht. Das gilt vor allem für die Effektivität. Aus Balleroberungen hätten seine Spieler nicht genug Kapital geschlagen. Mitunter machte der Coach auch „schlampige Pässe“ aus. Zudem wünscht er sich mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten: „Man muss einfach mal, wie es früher hieß, vor dem Tor abziehen.“

Taktisch will der Coach weiter flexibel bleiben. Die Mittelfeldraute in Köln sei auf den Gegner zugeschnitten gewesen, unterstreicht der Trainer und fügt hinzu: „Gegen St. Pauli kann das schon wieder anders aussehen.“ Auf sein Heimdebüt mit dem MSV brennt Lieberknecht schon jetzt. Die starke Unterstützung der MSV-Fans in Köln hat ihn beeindruckt. Jetzt hofft er auf eine stattliche Kulisse beim Spiel gegen St. Pauli. Lieberknecht: „20.000 Zuschauer wären schon eine tolle Sache.“